27.11.1999 Kundenbindung bei der DVB / Dresden

     

    Protokoll des Arbeitstreffen vom 27.11.1999:

     

     


    Ort: Dresden (Dresdner Verkehrsbetriebe, Trachenberger Straße 40)
    Zeit: Sonnabend, 27.11.1999, 10.00 Uhr - 13.20 Uhr

    Teilnehmer: lt. Teilnehmerliste

    1. Vortrag: Kundenbindung, Kunden gewinnen, Kunden halten bei den Dresdner Verkehrsbetrieben.
    Referent: Alexander Czurzim, DVB AG
    Herr Czurzim ist Marketingreferent der DVB AG. Er erläuterte zunächst kurz einige Angaben zu den DVB selbst:

    · jährlicher Umsatz 130 Mio. DM bei einer Fahrgastzahl von 133 Mio.
    · drei privatwirtschaftliche Töchter: VCDH (Verkehrsplanungsbüro), DVS (Dresdner Verkehrsservice), Taeter-Tours (Stadtrundfahrten etc.)
    · Betriebskostenzuschüsse: 1991: 188 Mio. DM, 2000: 85 Mio. DM
    · Senkung der Betriebskostenzuschüsse u.a. erreicht durch Verringerung der Zahl der Gruppen und Abteilungen im Betrieb, Wegfall der Hauptabteilungen und Verringerung des Personalbstandes; zudem starke Konzentration der genutzten Objekte (Gebäude und Betriebshöfe u.ä.) von 64 auf 14 Objekte
    · Busse ab 2000 zu 100 % Niederflur, werden auch einige Ikarus-Busse wieder beschafft
    · Kostendeckungsgrad: 1990: 16 %, 1994: 39,1 %, 1998: 52,8 %

    Das Unternehmen will sich zum Mobilitätskonzern entwickeln. Bereits heute soll die Trennung zwischen Management und Betrieb aufgehoben werden, zukünftig soll das Unternehmen in Bezug auf Mobilitätsdienstleistungen einen Rundum-Service anbieten.
    1993 wurde auf diesem Weg entschieden, die räumliche Trennung zwischen Fahrscheinverkauf und Auskunft an den Vertriebspunkten aufzugeben. Über provisorische Lösungen an diesen Vertriebspunkten konnte eine kurzfristige Verbesserung des optischen Gesamteindruckes erreicht werden, bis schrittweise die vier Service-Center in Betrieb genommen werden konnten. Diese befinden sich am Hauptbahnhof, Postplatz, Pirnaischen Platz und Albertplatz und somit an den wichtigsten Umsteigestellen. Am Postplatz und am Albertplatz konnten dabei die architektonisch interessanten "Käseglocken", also die Vertriebshäuschen aus dem Jahr 1925, umgestaltet werden. Es gelang, die Sparkasse zur Vollfinanzierung des Umbaus zu gewinnen, so dass heute moderne, begehbare und infolge großer Glasflächen sehr transparente Gebäude genutzt werden können. Im Gegenzug für die Finanzierung erhielt die Sparkasse an den Standorten das Recht zur "unentgeltlichen" Aufstellung ihrer Geldautomaten. Ein ähnliche Finanzierung wurde am Pirnaischen Platz mit der Dresdner Bank realisiert. Am Hauptbahnhof soll nach Abschluss der Tunnelarbeiten ebenfalls ein gläserner Pavillon entstehen, der drei Funktionen vereinigt: Ausgang der Tiefgarage, Car-Sharing-Station und Servicecenter der DVB.
    Der Fahrscheinvertrieb läuft gegenwärtig zu 43 % über Abo, zu 36 % über die Automaten, zu 7 % über die Agenturen (sinkende Tendenz), zu 5 % über das Semester-Ticket und zu 9 % über die Servicezentren (steigende Tendenz). Die Abonnements haben sich von 45.300 (1992) über 74.200 (1998) zu 76.300 (1999) entwickelt. Die Abonnenten erhalten vierteljährlich den Abo-Brief mit Bonuspunkten für den Besuch verschiedener Veranstaltungen und Anbieter, z.B. Gaststätten. Geplant ist, den Abonnenten zukünftig ein kostenloses Handy in den Unternehmensfarben zukommen zu lassen.
    Weitere Aktionen sind:
    · kostenloses Werkstatticket der Autowerkstätten, von diesen finanziert
    · Zuckertüten-Aktion zusammen mit Konsum-Läden: Heimkinder bauten mit DVB-Hilfe die größte Zuckertüte, Konsum füllte diese
    · "Leo" als Maskottchen für kinderbezogene Aktionen
    · KulturSchiene: die Eintrittskarten verschiedener Theater etc. gelten als Fahrausweis der DVB (pro verkaufter Eintrittskarte wird ein Festpreis an DVB abgeführt); zudem Lesungen an historischen Orten aus den Klemperer-Tagebüchern, Transport mit Bus
    · beim Stück "Linie 1" des Theaters Junge Generation hatten die Eintrittskarten DVB-Design
    · Bierdeckel in den Kneipen weisen auf das Postplatztreffen (Sammelanschluß nachts) hin
    · Taxi-Ruf-Service, handliche Nachtfahrpläne, Car-Sharing und Mobiler Service gehören zum Service (vgl. auch MzM-Protokoll November 1998)
    · Azubis erhalten ein Schnupperticket der DVB inkl. T-Shirt

    In der anschließenden Diskussion wurde nach den Effekten des Corporate Design der Straßenbahnen gefragt. Der Verzicht auf Werbeeinnahmen, so die Anwort, kann beziffert werden, der Effekt des CD nicht, doch sei der positive Gesamteindruck der DVB beim Kunden ein wichtiges Potential.
    Das Problem der ungenügenden Fahrgastinformation am Hauptbahnhof soll demnächst mit großen Informationssäulen entschärft werden.
    Übergreifende Angebote in den Servicezentren sind denkbar, z.B. später Fernverkehrstickets.

    2. Diskussion zur Weiterarbeit MzM

    Kernpunkt war die Frage, wie die erreichten Ergebnisse besser verbreitet werden können. Folgende Vorschläge wurden gemacht:

    · professionellere Gestaltung der Internet-Seiten von MzM und Links auf anderen Seiten verstärken
    · studentische Arbeiten über die Themen in den verkehrswissenschaftlichen Fakultäten anregen, MzM stellt sich faktisch selbst als Forschungsobjekt zur Verfügung
    · Testkriterien erarbeiten bezüglich des Angebotes einer Mobilitätszentrale, um Einstufung zu ermöglichen

    3. Besuch der neuen Leitstelle der DVB

    In der wenige Tage zuvor in Betrieb genommenen Leitstelle werden in der Spitzenstunde bis zu 165 Straßenbahnen und 118 Busse überwacht. Über ein statisches System an der Strecke werden alle 15 Sekunden die Standorte aktualisiert und an den drei Disponenten-Bildschirmen sowie einem sehr großen Wand-Display angezeigt. Der Disponent kann den Fahrern ein Datentelegramm senden, eine Kommunikation der Fahrer untereinander ist jedoch nicht möglich, sondern soll generell über den Disponenten laufen. Noch verbesserungsbedürftig ist die Fahrgastinformation im Havariefall, da zunächst alle Kräfte für die Neudisposition gebunden werden.

    4. Besuch des Straßenbahnmuseums
    Fahrt mit der historischen Straßenbahn zum Postplatz, an dem eines der DVB-Mobilitätszentren individuell besichtigt werden kann

    Besichtigung historischer Straßenbahnwagen der Dresdner ÖPNV-Geschichte, darunter "Hecht" von außen und z. T. innen.
    (Straßenbahnfahrt und Besichtigung ohne Fachvorträge und -diskussionen)

     

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    02.10.1999 3. Jahresvollversamlung des MzM / Gera

     

    Protokoll der MzM- Jahresvollversammlung vom 02.10.1999:

     

     

    Ort:Gera, 02.10.1999, 17.00 bis 18.00 Uhr

    Teilnehmer: lt. Teilnehmerliste

    Jahresbilanz

    Insgesamt kann eine positive Bilanz bezüglich des letzten Jahres gezogen werden. Sowohl bezüglich der räumlichen Ausdehnung als auch der angesprochenen Institutionen erweitert sich der Teilnehmerkreis. Die Treffen fanden auch räumlich wesentlich stärker verteilt als bisher statt. Erfreulich ist auch die verstärkte Präsenz von Marketingleitern der Verkehrsunternehmen.

    Kassenbericht

    siehe separates Blatt von Jörg Thiemann-Linden (vor Ort ausgeteilt)

    Bericht von der ILS-Tagung "Mobilität Organsieren" am 3.9.1999 in Dortmund

    Jörg Thiemann-Linden berichtet von der o.g. Veranstaltung. Insgesamt wurde konstatiert, daß im Bereich der Mobilitätszentralen der Schritt "von Experiment zur Reife" vollzogen worden sei. Nun müsse in die massive Umsetzung gegangen werden. Hierzu muß die Idee der Mobilitätszentralen aber politisch noch besser verankert sein. Auch ist nicht klar, wieviel von der staatlichen Seite getragen werden kann. Besonders wurde auf ein Landesprogramm "Sicherheit und Service" in NRW hingewiesen, daß ggf. auch die Betriebskosten einer Mobilitätszentrale unterstützen kann. Ein interessanter Ansatz. Auch über ein gemeinsames Zeichen/Label wurde gesprochen. Hier sollte sich MzM auch stärker profitieren und ggf. im nächsten Jahr eine größere Fachtagung als 4. Fachseminar durchführen.

    Wahlen zum Vorstand

    Matthias Reichmuth wird erneut für das Amt des Vorsitzenden vorgeschlagen. Jochen Schulz verzichtet auf eine erneute Wahl zum Stellvertreter, stellt sich aber als Kassenwart zur Verfügung. Hier steht Jörg Thiemann-Linden wegen geplanten Wegzugs aus der Region nicht mehr zur Verfügung. Jörn Habenicht wird für das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden vorgeschlagen und stellt sich zur Wahl.

    Alle Kandidaturen werden mit jeweils einer Enthaltung angenommen (13 ja, 1 Enth., 0 nein).

    Damit sind für zwei Jahre gewählt:
    Vorsitzender: Matthias Reichmuth
    Stellvertreter: Jörn Habenicht
    Kassenwart: Jochen Schulz

    Projekte

    Es wird angestrebt, sämtliche Protokolle der MzM-Sitzungen zu einer Dokumentation zusammenzufassen, bzw. zunächst ins Internet zu stellen. Um den Arbeitsaufwand und die Druckkosten zu finanzieren, wird noch ein evtl. laufendes Projekt gesucht, in das diese Dokumentation als Baustein eingebunden werden könnte (Idee von Jörg Thiemann-Linden).

     

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    02.10.1999 Telefonische Mobilitätsberatung / Gera

     

    Protokoll des Arbeitstreffen vom 02.10.1999:

     

     

    Ort: Gera (Betriebshof der Geraer Verkehrsbetrieb GmbH)
    Zeit: Sonnabend, 02.10.1999, 13.30 Uhr - 17.00 Uhr

    Teilnehmer: lt. Teilnehmerliste

    1. Begrüßung durch die Geraer Verkehrsbetrieb GmbH und Besichtigung des Betriebshofes

    Die Teilnehmer wurden durch Herrn Harald Berger im Namen des Gastgebers, die Geraer Verkehrsbetrieb GmbH begrüßt. Es folgt eine Führung durch den neu errichteten Betriebshof des Geraer Verkehrsbetriebs, bei dessen Bau ökologische Gesichtspunkte besonders berücksichtigt wurden.

    2. Begrüßung und Einführung in das Thema "Telefonische Mobilitätsberatung"

    Matthias Reichmuth, Vorsitzender des MzM, begrüßte die Teilnehmer im Namen des Förderkreises und wies darauf hin, daß sich MzM auch für sein 3. Fachseminar wieder ein spezifisches Thema ausgesucht hat, das bei der Funktionsweise von Mobilitätszentralen zwar eine unterschiedliche, aber doch häufig auch eine entscheidende Rolle spielt, nämlich die telefonische Mobilitätsberatung. Zahlreiche große Verkehrsdienstleister, so die DB AG mit ihrem Call-Center in Schwerin, haben die telefonische Mobilitätsberatung massiv ausgebaut und betrachten sie als ein wesentliches Element der Kundenbetreuung. Daher erschien es sehr sinnvoll, sich diesem Thema einmal stärker zu widmen und die Herangehensweisen verschiedener Institutionen zu beleuchten.

    3. Fachbeiträge

    Vortrag von Elmar Burgard, BVG Berliner Verkehrsbetriebe AöR

    Herr Burgard ging zunächst auf die Rahmenbedingungen ein, die die BVG prägen: Die schlechte wirtschaftliche Situation und lange sinkende, nun offenbar stagnierende Fahrgastzahlen stellen die BVG vor große Herausforderungen. Der Kunde verlangt anspruchsvolle Dienstleistungen, wozu die Mobilitätsberatung gehört. Sie ist ein sehr wichtiges Instrument der Kundenbindung.

    Früher wurden Kunden, die sich über Telefon an die BVG wandten, oft von einer Stelle an die andere verwiesen. Damit sich dies ändert, wurde das Call Center der BVG geschaffen, das mittlerweile 39 Agenten-Arbeitsplätze aufweist und von fast 100 Mitarbeitern betrieben wird
    In der folgenden Diskussion wurden folgende Punkte vertieft:

    Kostenpflichtige Servicenummern:
    - Die BVG wird nicht auf eine kostenpflichtige Servicenummer (0180.) umstellen, sondern die 19449 beibehalten

    Kooperationen:
    - Kooperationen sind denkbar, z.Zt. allerdings noch nicht spruchreif
    - Sie würden für eine bessere Auslastung des Call-Centers sorgen

    Ausbildung:
    - Es sind ausschließlich Mitarbeiter der BVG im Einsatz, die von anderen Arbeitsplätzen der BVG kommen (z.B. Zugabfertiger oder Verkaufspersonal)
    - Die BVG hat vergleichsweise viel Zeit in die Ausbildung gesteckt
    - Mit Teilzeitkräften wurden keine guten Erfahrungen gemacht
    - Es wurden 9 Ausbildungsgruppen mit je 12 Mitarbeitern gebildet, davon haben 1-2 die Prüfung nicht bestanden und weitere 1-2 Mitarbeiten sind bereits im Vorfeld ausgestiegen.

    Motivation:
    - Die Mitarbeiter des Call-Centers werden nach BAT bezahlt und es wird ihnen ein sicherer Arbeitsplatz garantiert.

    Vortrag von Britta Gerber zur Mobilitätszentrale des Zweckverbandes ÖPNV Vogtland

    Der Zweckverband ÖPNV Vogtland wurde 1995 gegründet. Bereits recht schnell entstand die Idee eine Mobilitätszentrale - angesiedelt beim Zweckverband mit Sitz in Auerbach - einzurichten. Die Verkehrsunternehmen die im Zweckverband tätig sind, einigten sich auf eine Mischfinanzierung: Personalkosten werden über die Personalgestellung durch die VU Plauener Straßenbahn, die DB AG und die Busunternehmen getragen, der Raum wird vom Zweckverband gestellt.
    Die Mobilitätszentrale wurde zum 1. Februar 1998 in Betrieb genommen. Im Vordergrund stehen Fahrplan und Tarifinformationen. Seit 1. Oktober 1999 sind aber auch Hotelbuchungen (über TOURBU) in der Region möglich und ab Anfang Dezember soll die Mobilitätszentrale auch Dispatcher-Leistungen wahrnehmen.
    Zunächst standen nur ein Arbeitsplatz und eine Telefonleitung zur Verfügung, doch die Zahl der Anrufe stieg sehr schnell an. Waren es im September 1998 noch 1060 Anrufe/Monat, sind es inzwischen 2400 Anrufe Monat. Hierfür stehen mittlerweile 4 Leitungen zur Verfügung. Erreichbar ist die Mobilitätszentrale Mo-Fr von 7-18 Uhr und Sa, So von 8-12 Uhr.
    Für die Zukunft ist geplant, einen attraktiveren und leichter erreichbaren Raum anzumieten. Der jetzige Raum liegt auf der 3. Etage und ist somit für den Publikumsverkehrs nur sehr schwer zu erreichen.
    Informationen zu anderen Verkehrsmitteln und anderen Regionen werden auch gegeben. So etwa zum ÖPNV in anderen Städten und auch zu Flugplänen einschl. Bustransfer zum Flughafen.
    Die Initiative für neue Leistungen bedingt ein enges Wechselspiel zwischen den Mitarbeitern der Mobilitätszentrale und den beteiligten Verkehrsunternehmen, die zusätzliche Dienstleistungen akzeptieren müssen.

    Vortrag von Frau Vollbracht zu Mobilitätszentrale "Mobilé - Zentrum für clevere Verkehrsnutzung" in Münster

    Seit dem 1.3.1998 existiert die Mobilitätszentrale "Mobilé" in Münster. Das zunächst auf zwei Jahre befristete Projekt wird von der Stadt Münster und den Stadtwerken getragen. Weitere Kooperationspartner sind die DB Regionalbahn Westfalen GmbH, der Regionalverkehr Münsterland, DB Reise & Touristik und die Westfalen Bus GmbH. Weitere Beteiligte sind das ILS Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes NRW und der VCD. "Mobilé" hat seine Räume im selben Gebäude wie die Bürgerberatung der Stadt (Bürger- und Umweltberatung, z. B. zu Abfallfragen), was nicht immer einfach ist. Die Öffnungszeiten sind denen der Bürgerberatung angepaßt (Mo-Fr: 9.30-18.00 Uhr, Sa: 9.00-13.00 Uhr). Die Platzverhältnisse sind ziemlich beengt.
    Die Hauptaufgabe von "mobilé" ist die verkehrsmittelübergreifende Mobilitätsberatung, die Nachfrage konzentriert sich dabei auf Informationen zu Bus und Bahn, da das Publikum nicht gewohnt ist, nach verkehsmittelübergreifenden Wegeketten zu Fragen. Auch der Schlüssel zu einer kostenpflichtigen Fahrradabstellanlage wird bei "mobilé" verwaltet. Seit einiger Zeit wird über einen DB-Agenturvertrag auch der Fahrkartenverkauf betrieben.
    Die telefonische Auskunft wird nicht aktiv beworben und hat auch keine spezielle (leicht merkbare) Nummer. Daher kommen auf 2000 persönliche Kontakte pro Monat nur (derzeit) 800 Telefonanrufe, die vom gleichen Personal zwischendurch beantwortet werden.
    Im Umland dagegen findet die Mobilitätsberatung vorwiegend telefonisch statt, für das gesamte Münsterland wurde eine 0180-3-Nummer geschaltet, die aus der Region zum Tarif der 50-km-Zone erreichbar ist, und von der auch Taxis disponiert werden.
    Die Mobilitätsberater müssen das lokale und regionale Verkehrsangebot kennen und auch die Fußwege im näheren Umfeld im Kopf haben.

    4. Diskussion

    In der folgenden Diskussion wurde über "Verkauf versus Beratung" debattiert. Es wurde festgestellt, daß dies abhängig von den jeweiligen Auftraggebern und den damit verbundenen Finanzierungsmodellen ist. In Münster steht ein politischer Auftrag hinter der Konzeption. Die Beratungsleistung ist hier der explizierte Auftrag. Bei der BVG werden Beratung oder Verkauf gleichwertig gesehen. Beides hat seine Berechtigung. Im Vogtland wird der Fahrkartenverkauf auch als die Möglichkeit für zusätzliche Kundenkontakte gesehen.
    Weiterhin werden die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Telefonnummern diskutiert: Die 19449 als Standardnummer eignet sich für große Städte, bei denen in der Regel keine Vorwahl gewählt werden muß. In ländlichen Räumen ist diese Nummer entweder nur in Kombination mit einer Vorwahl zu benutzen (wie z. B. Auerbach/Vogtland) oder durch kostenaufwendige Weiterschaltungen von jedem Ortsnetz aus. Für regionale und überregionale Auskunftsstellen eignen sich daher 0180er-Nummern besser.

     

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    10.07.1999 Mobilitätszentrale im Bahnhof Griebnitzsee/ Potsdam

     


    Protokoll des Arbeitstreffen vom 10.07.1999:

     

     

    Ort: Potsdam (Bahnhof Griebnitzsee, Agentur BahnStadt)
    Zeit: Samstag 10.Juli 1999, 10.30 - 14.00 Uhr

    Teilnehmer: lt. Teilnehmerliste

    Tagesordnung:
    1. Umbau des Bahnhofs Griebnitzsee zur Mobilitätszentrale
    2. Kundenorientiertes Marketing der Verkehrsbetriebe Potsdam (ViP)
    3. Mobilitätszentralen Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) - Kamenz, Dippoldiswalde, Dresden
    4. MzM-Aktivitäten, Termine, verschiedenes

    1. Umbau des Bahnhofs Griebnitzsee zur Mobilitätszentrale
    Herr Jochen Schulz (Agentur BahnStadt) führt vor Beginn der Sitzung durch den Bahnhof und das Umfeld (Universitätsstandort, Buszufahrt, Gastronomie, Seeufer mit Anlegestelle,...) und stellt die geplante Mobilitätszentrale vor.
    In dem historischen Bahnhofsgebäude ist eine Neueröffnung des Fahrkartenverkaufs vorgesehen, in einem eigenwirtschaftlichen Betrieb (BahnLand GmbH der Agentur BahnStadt). Hierzu zieht das Planungsbüro in den Bahnhof Potsdam-Drewitz um. In den folgenden Monaten wird das Bahnhofsgebäude erneuert (bereits unter Trägerschaft der Agentur) und die unter Denkmalschutz stehenden Verkaufsschalter werden so wiederhergestellt, daß dahinter ein Beratungsraum entsteht.
    Der 10-minütliche S-Bahn-Verkehr nach Berlin (zzgl. einiger RB) mit ca. 7500 täglichen Fahrgästen am Bahnhof, die umliegenden Nutzungen und das für Potsdam periphere Wohngebiet erscheinen als lohnendes Potential für Beratung und Fahrkartenverkauf. Hierbei wird auf hohe Qualität der Beratung eines bahnafinen Kundenkreises gesetzt. Ergänzender Service in diesem "Mobilitäts-Service-Zentrums" (Arbeitstitel) ist u.a. vorgesehen in Form eines Concierge-Dienstes für die Babelsberger Einzelhändler und Dienstleister (Modellprojekt - "eine Art Kofferraum für Bahnfahrer"). Hinzukommen könnte die Übernahme von Post-Dienstleistungen und ein Fahrradstation (in geringer Intensität). Die Startbesetzung für 60-65 Wochenstunden ist mit 2 Personen vorgesehen, die kompetent sind in in Reisebürofragen und im DB-Fahrscheinverkauf (KURS 90).
    Für die Tragfähigkeit der privat betriebenen Mobilitätszentrale stellen die Provisionssätze von DB Reise & Touristik sowie im VBB von der S-Bahn Berlin und ViP die zentralen Faktoren dar. Veränderte Voraussetzungen können sich u.U. ergeben durch eine veränderte Busanbindung des Bahnhofs.
    Nachtrag: Die Eröffungsfeier für den Bahnhof Griebnitzsee findet am 01.Oktober 1999 statt (Info: 0331 - 740 59 42, Agentur BahnStadt, Wetzlarer Straße, 14482 Potsdam, mail@bahnstadt.de, http:/www.bahnstadt.de)

    2. Kundenorientiertes Marketing der Verkehrsbetriebe Potsdam (ViP)
    Herr Volkmar Wagner vom Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH, einer 100%-igen städtischen Tochter, stellt ein gesamtheitliches Marketingkonzept vor, das über Kundeninformation und Marktkommmunikation hinaus geht, in dem es alle Unternehmensbereiche zu beeinflussen sucht (u.a. durch institutionelle Anbindung direkt an die Geschäftsführung). Marketing hat durchaus auch ein direktes finanzielles Interesse, da seit April 1994 die ViP Partner im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg ist und die Einnahmenaufteilungsregelungen einen Anreiz zu möglichst hohem eigenem Fahrkartenverkauf bieten.
    Marketing muß personenbezogen sein, lautet der Leitsatz der ViP. Persönliche Präsenz (und Kompetenz in der Kundenberatung) ist gegeben am Platz der Einheit, am S-Bahnhof Babelsberg und am Firmensitz Holzmarktstraße (hier mit einer Telefon-Hotline, die häufig zum anderen Busunternehmen Havelbus befragt wird). Hinzu kommt ein Info-Bus und künftig ein weiteres Kundenzentrum im Bahnhof Potsdam Stadt (trotz der hohen Ladenmieten).
    Marketing bedeutet ein breites Spektrum an Medien (u.a. Haltestellenumgebungspläne, kostenlose Fahrplanhefte zusammen mit der S-Bahn in 40.000er Auflage, Zeitkarten mit Souvenirqualität, Begrüßungsblätter für Neubürger, die Kundenzeitschrift "Ziele", die Einbeziehung der Kunden in Fragen der "Combino" -Fahrzeugbeschaffung etc.). Regelmäßige Fahrgastzufriedenheitsuntersuchungen mit in Deutschland überdurchschnittlichen Beurteilungen geben der Marketingstrategie recht.

    3. Mobilitätszentralen Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) - Kamenz, Dippoldiswalde, Dresden
    Herr Torsten Fiedler vom Verkehrsverbund Oberelbe VVO, dem ersten vollen Verkehrsverbund in Ostdeutschland, stellt neue Entwicklungen an Mobilitätszentralen vor. Unter dem Slogan "VVO - einfach umsteigen" arbeiten Landkreise und Verkehrsunternehmen vor allem dabei zusammen, die Verknüpfungspunkte SPNV - Bus besser zu organisieren und den ÖPNV insgesamt intelligenter zu vermarkten - mit dem VVO als Dienstleister für die 12 Verkehrsunternehmen und übernimmt u.a. die Kundenkommunikation (Kundenzeitschrift, Infohotline, elektronischer Fahrplan, Mobilitätsberatung u.ä. in Schulen, etc.). Ziel ist es, in allen Landkreisen Mobilitätszentralen aufzubauen - jeweils gemeinsam mit örtlichen Partnern und häufig als Ersatz für traditionelle Verkaufstellen. In den "Mobilitätszentralen 1.Ordnung" soll das Leistungsspektrum irgendwann auch die aktuelle Verkehrslage, Hotelbuchungen, Carsharing, Veranstaltungsticketverkauf und Fahrradvermietung umfassen.
    Das Pilotprojekt Bahnhof Kamenz besteht seit Januar 1999, gemeinsam betrieben von DB (Reise und Touristik) und dem Regionalbus Oberlausitz, gefördert vom VVO. In einem 30 m2 großen Raum, zugänglich von der Bahnhofshalle aus, findet die Beratung statt. Neben der außergewöhnlich guten Resonanz bei der Eröffnung hat sich der Erfolg in steigenden Umsätzen beim Fahrscheinverkauf und durch Sicherung langer Öffnungszeiten durch die Kooperation niedergeschlagen, darüber hinaus durch eine Verlagerung des Fahrkartenverkaufs vom Bus in den Bahnhof (Entlastung des Fahrpersonal und Abbau von Verspätungen).
    Zum Sommerfahrplanwechsel 1999 ist in Dippoldiswalde eine zweite Mobilitätszentrale hinzu gekommen, die in den überdachten neuen Busbahnhof integriert ist und eine Tourist Information mit einem Bus-Kundenzentrum verbindet (räumlich und personell). Weitere Mobilitätszentralen sind geplant in Freital, Meißen, Hoyerswerda, später auch in Pirna, Großenhain und Riesa. Die Vorbereitung geht zurück auf eine Grundlagenarbeit im Auftrag des VVO, die Angebotsumfang, Standortwahl und Finanzierung im Zusammenhang konzipierte. Langfristig ist auch eine einheitliche Trägergesellschaft denkbar.
    Der Umbau des Dresdner Hauptbahnhofs und seines Umfeldes bietet eine besondere Chance, wie Herr Alexander Czurzim von den Dresdner Verkehrsbetrieben DVB erläutert. Ab 2001 wird nach Herstellung der Tiefgarage unter dem Wiener Platz eine Mobilitätszentrale auf ca. 400 m² Fläche auch Carsharing mit anbieten (Fahrzeuge im Untergeschoss). Carsharing in Verbindung mit den DVB hat inzwischen 2500 Nutzer in Dresden gewonnen. Als weitere Punkte im Leistungsspektrum ist ein Callcenter, eine Schnittstelle zum Tourismus und Stadtmarketing (Hotels, Veranstaltungen) sowie eine Mobilitätsberatung für Unternehmen vorgesehen.

    Die Diskussion der sächsischen Beiträge drehte sich
    · um die Frage der Evaluationsmöglichkeiten (Quantifizierung der Veränderungen bei Einnahmen, Fahrplangestaltung etc.),
    · um den Rückzug von DB-R&T-Personal aus den Bahnhöfen und die Chancen der Substitution oder Wiederbelebung durch Mobilitätszentralen
    · um die Frage von SPNV- und DB-Fahrkartenverkauf durch Agenturen in besetzten Bahnhöfen (Leipziger Hbf.: im ECE-Bereich des Einkaufszentrums zwei weitere DB-Agenturen neben dem DB-Reisezentrum)
    · und die Frage von DB-Agenturen abseits der Bahnhöfe - angesichts der Erfahrung, dass DB-Stellen nur selten die bauliche Hülle der Empfangsgebäude verlassen.

     

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    29.05.1999 Mobilitätszentrale der Dessauer Verkehrsgesellschaft

     


    Protokoll des Arbeitstreffen vom 29.05.1999:

     

     

    Ort: Dessau, (Kundenzentrum und Betriebshof der Dessauer Verkehrs-AG)
    Zeit: Sonnabend, 29.05.1999, 11.00 Uhr - 14.00 Uhr
    Teilnehmer: lt. Teilnehmerliste

     

     

    1. Besichtigung des neuen DVG-Kundenbüros am Bahnhof
    Herr Schaller (DVG) begrüßt die erschienenen Teilnehmer auf dem Bahnhofsvorplatz in Dessau.
    Herr Link vom TBA Dessau erläutert zunächst die Vorgeschichte und wechselnde Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes mit den verschiedenen verkehrlichen und baulichen Funktionen. Die Straßenbahn tangiert mit ihrer Wendeschleife, die eine Grünanlage umfährt, genau den Bahnhofseingang. Direkt zwischen dem Hbf-Eingang und der Straßenbahnhaltestelle befindet sich der auffallende achteckige Pavillon der DVG. Etwa ein Drittel der Fläche wird von DVG-Schaltern eingenommen, die nach außen Fahrscheine verkaufen. Der Rest des Pavillons beherbergte bis 1998 die Dispatcher- Zentrale, bevor diese in den neuen Betriebshof (Erich-Köckert-Straße) eingegliedert wurde. Der freigewordene Raum kann nun für die Mobilitätsberatung genutzt werden. Auf dem nördlichen Bahnhofsvorplatz wird die zentrale ÖPNV-Schnittstelle durch einen zentralen Bus-Bahnhof ergänzt. Im Rahmen eines seit 2 Jahren laufenden ExWoSt-Projektes wird für die Stadt Dessau auch ein Konzept zum Marketing des Umweltverbundes entwickelt. Das Gesamtprojekt umfaßt noch die Städte Güstrow, Münster und Heidelberg. In diesem Konzept wurde auch der Aufbau einer Mobilitätszentrale geplant.

    Beim Besuch der Mobilitätsberatung betreten Kunden zunächst den Pavillon und finden einen Stadtplan und einen DVG-Liniennetzplan an der Wand sowie ausliegende Broschüren zur Mitnahme vor. Am Beratungstisch kann der Kundenbetreuer auf das INSA-Auskunftsprogramm mit den meisten Fahrplänen Sachsen-Anhalts sowie den bundesweiten Fahrplänen der DB AG zugreifen. Bei INSA noch fehlende Busverkehrsfahrpläne (z. B. für die Landkreise Köthen und Bitterfeld) liegen als Fahrplanheft vor. Auch Fahrpreisinformationen zu den Busverkehrsunternehmen der Region können gegeben werden. Daneben werden umfangreiche Informationen rund ums Fahrradfahren angeboten (Radwanderkarten, Informationen zur Fahrradmitnahme, -vermietung usw.), was in Dessau von Bedeutung ist, da hier der Radverkehrsanteil am Verkehrsaufkommen bei über 25 % und damit mehr als dreimal so hoch wie der ÖV-Anteil liegt (Spitzenwert für Ostdeutschland). Neben dem ausliegenden Material werden weitere Materialien bereitgehalten, die nur auf Wunsch an Kunden ausgegeben werden (z. B. Gratis-Stadtpläne der Wirtschaftsförderung). Ein Kopiergerät ermöglicht die Vervielfältigung von nur einfach vorhandenen Informationen.

     

     

    2. Fahrt mit Bus zum DVG-Betriebshof
    Die Sonderfahrt verläuft über Puschkinallee - Bauhaus - Brauereistraße - Baustelle der 3. Straßenbahnlinie und Südtangente zum Betriebshof. Herr Schaller erläutert während der Fahrt den Strukturwandel im Dessauer Westen sowie die Straßenbahnbaustelle, bei der im 1. Funktionsabschnitt teilweise schon Gleise liegen, während die Planungen für den 2. Abschnitt noch nicht realisiert werden können.

     

     

    3. Vorstellungsrunde und Neuigkeiten seit dem letzten Treffen
    Im DVG-Betriebshof wird das Treffen um ca. 12.30 Uhr in einem Versammlungsraum fortgesetzt. Die Teilnehmer stellen sich kurz gegenseitig vor. Herr Reichmuth berichtet, daß MzM Einladungen für ein Symposium in Linz (Umweltfreundliches Mobilitätsdesign im städtischen Raum) am 17. Juni 99, sowie zum 1. ÖPNV-Tag Schleswig-Holstein am 10.06.99 in Husum erreicht haben. Von H. Klewe, Abteilungsleiter Verkehr im Ministerium für Wohnungswesen, Städtebau und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt ist ein Gruß eingetroffen. Ende März als neuestes Mitglied beigetreten sind die Dresdner Verkehrsbetriebe. Herr Habenicht erläutert die aktuellste Aufbaustufe der MzM-Internetseiten.

     

     

    4. Mobilitätszentrale oder Kundenbüro in Dessau (Bericht von W. Schaller und Diskussion)
    Im Mobilitätsverhalten der Dessauer Einwohner spielen der MIV und der Fahrradverkehr die Hauptrolle. Für beide Verkehrsträger sind die Bedingungen sehr günstig, während der ÖV-Anteil deutlich unter 10 % liegt, die Talsohle wurde bei 6 % erreicht (SrV 1994). Der gegenwärtige Anteil von ca. 8 % soll v. a. durch die Inbetriebnahme der 3. Straßenbahnlinie in den Dessauer Westen sowie verbessertes Marketing (z. B. Mobilitätsberatung) zumindest wieder auf 10 % ansteigen. Die besichtigte Einrichtung entspricht in fast allen Punkten den Kriterien, die MzM 1997 zur Abgrenzung einer Mobilitätszentrale aufgestellt hatte, lediglich die Öffnungszeiten sind noch nicht so lang wie in Geschäften des Umfeldes, da die Beratung bisher nur von einer Personalstelle durchgeführt wird: Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, an Wochenenden geschlossen. Herr Schaller, der dort arbeitet, war zuvor Verkehrsmeister, Kompetenz zum Fahrradverkehr erwarb er durch ehrenamtliche Mitarbeit beim ADFC. Ziel ist es, die Mobilitätberatung bis 18 Uhr sowie an Samstagvormittagen geöffnet zu halten. Als erfolgreich erwies sich dabei ein Alleingang der DVG, die DB AG hatte an der Einrichtung kein Interesse gezeigt, nachdem Reisezentrum und Service-Point die DB-Produkte im Bahnhof, d. h. in unmittelbarer Nachbarschaft anbieten. Die beste Kooperation besteht mit dem Tiefbauamt der Stadt Dessau.

    Am 27.04. erfolgte eine feierliche und öffentlichkeitswirksame Enthüllung des gesamten (zuvor eingehüllten) Gebäudes durch den Baudezernenten der Stadt Dessau, verbunden mit einem Fest (Auftritt eines Schauspielers usw.). Seither bietet die DVG die breite Palette von Informationen zu regionalem ÖPNV und Fahrradverkehr an, wie unter Punkt 1 beschrieben. Eine besondere Nachfrage besteht nach den Aushangfahrplänen der Haltestellen. Auch Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten können gegeben werden, zu buchen sind Übernachtungen dann im Tourismusbüro. Seit 07.04.99 (inoffizieller Betriebsbeginn) wurden 896 Anfragen persönlich anwesender Interessenten beantwortet, die Zahl der Besuche überwog deutlich gegenüber der Zahl der Telefonanrufe. Störende Unterbrechungen von direkten Beratungen durch Telefonate waren eher selten.

    Etwa 65 % der Anfragen sind reine Fahrplanauskünfte, davon etwa je die Hälfte zum Dessauer Stadtverkehr und zum Verkehr in der Region, die übrigen 35 % betreffen touristische Informationen (einschl. Fragen zum Radverkehr, Stadtplanerwerb usw.). Teilweise werden auch komplexere Anfragen gestellt, z. B. behindertengerechte Wanderungen mit ÖV-Anschluß. Vor der Inbetriebnahme der Einrichtung gab es Auskünfte nur am Rande des Fahrscheinverkaufs oder telefonisch als Nebentätigkeit einer anderen Stelle (wenn andere Aufgaben Vorrang hatten, wurden Anfragen nicht entgegengenommen). Die Kosten der Realisierung waren in dieser Stufe für die DVG minimal, da der Pavillon stand und nur geringe Umbaukosten (Büroeinrichtung) angefielen. Das von PGN in Kassel entworfene Konzept sieht den Aufbau der Mobilitätszentrale in drei Stufen vor, davon sind die Ziele der ersten Stufe fast vollständig erreicht (bis auf die Idee "Verkauf von Werbepräsenten"). In der zweiten Stufe ist der Fahrscheinverkauf von ÖPNV-Anbietern außerhalb der DVG vorgesehen. Weiterhin gehört zur 2. Stufe eine Verbindung zur Leitstelle (bisher werden Verspätungen nur per Funk durchgegeben) sowie ein Internetzugang.

    In der Diskussion stellte
    Herr Wendt fest, daß es offenbar erfolgversprechender ist, wenn ein Akteur eine nach seinen Vorstellungen gestaltete Einrichtung eröffnet, als wenn bereits bei der Konzeption ein Ansatz verfolgt wird, der mehrere Beteiligte (Verkehrsbetriebe, öff. Verwaltung, Tourismus usw.) zu einem anspruchsvollen Konzept bringen soll.
    Herr Habenicht wies auf geringe Installationskosten eines Internetanschlusses hin. Erst häufiges Recherchieren im Internet kann zu einer bedeutenden Steigerung der Telefonkosten führen.
    Herr Kluge wies auf Kooperationsmöglichkeiten hin: Die HAVAG konnte einen sehr kostengünstigen Zugang zum Internet in Kooperation mit den Stadtwerken und Hochschulen erreichen.

     

     

     

    5. Mobilitätszentrale in Kamenz
    Durch Ausfall des Referenten konnte dieser Vortrag nicht stattfinden. Herr Fiedler entschuldigte sein kurzfristiges Fehlen nachträglich und verspricht, den Vortrag beim Treffen in Potsdam nachzuholen.

    6. Weitere Neuigkeiten, Arbeits- und Terminplanung
    Herr Kluge berichtet von den Aussichten zur Einrichtung einer Mobilitätszentrale in Halle. Die Chancen sind gestiegen, da die HAVAG geeignete Räumlichkeiten direkt am Markt angeboten bekam. Auf den 60 bis 70 m² ist geplant, den Kundendienst zu konzentrieren (Aboverkauf, Beschwerdeannahme, Souvenirverkauf, Fahrplanauskunft mit INSA), Fahrausweise sollen für HAVAG und Regionalbus Saalkreis verkauft werden. Auch für telefonische Auskunft zum Thema "Neubaustrecke nach Halle-Neustadt" besteht Bedarf. Die Eröffnung ist bereits im Herbst geplant, der Standort am Roten Turm wird dann aufgegeben.

     

     

    Für das nächste Arbeitstreffen in Potsdam soll versucht werden, den Vortrag über die Mobilitätszentrale in Kamenz nachzuholen. Ferner wird vorgeschlagen, neben der Mobilitätszentrale im Bahnhof Griebnitzsee auch die Mobilitätsberatung des Verkehrsbetriebes (ViP) vorzustellen und dazu Herrn Wagner einzuladen.

    Für die Jahresvollversammlung kommen der 02.10. oder 09.10.1999 als Termin in Frage. Thema sollte diesmal die telefonische Mobilitätsberatung sein. Dazu wird angeregt, das Spannungsfeld zwischen einer individuell-örtlichen Auskunft mit umfassenden Ortskenntnissen einerseits und einer zentralisierten Auskunft im Call-Center andererseits zu beleuchten. Auch die Frage, ob Verkehrsbetriebe die Auskunft selbst betreiben oder an Dritte vergeben sollten, ist interessant. Frau Naumann spricht dazu eine Einladung nach Gera aus (zunächst vorläufig, inzwischen endgültig bestätigt). Damit kommt nach den Jahresvollversammlungen in Leipzig 1997 und Halle 1998 auch Thüringen an die Reihe.

    Wer noch Anregungen zu Referenten hat, die zum genannten Themenfeld Interessantes beitragen können, wende sich bitte an Matthias Reichmuth in Leipzig.

     

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    27.03.1999 "Verkehrsinsel Frankfurt" und Mobilitätsberatung des RMV

     


    Protokoll des Arbeitstreffen vom 27.03.1999:

     

     

    Ort: Erfurt (in den Räumen der FH Erfurt; Altonaer Str. 25; 99085 Erfurt)
    Zeit: Sonnabend, 27.03.1999, 10.30 Uhr - 13.00 Uhr
    Teilnehmer: lt. Teilnehmerliste

    Herr Reichmuth eröffnete das Arbeitstreffen und bedankte sich bei Herrn Creutzer von der gastgebenden Fachhochschule Erfurt für den zur Verfügung gestellten Raum und die Technik.

    Das Hauptthema der Veranstaltung war die Mobilitätsberatung des Rhein-Main-Verkehrs-verbundes und hier insbesondere die Vorstellung der "Verkehrsinsel" in Frankfurt/Main.

    1. Verkehrsinsel in Frankfurt/M.
    (Vortrag von Frau Ludwig, AS&P - Albert Speer und Partner GmbH)

    Anhand von Folien wurden die Entstehung der Verkehrsinsel in Frankfurt/M. erläutert und erste Erfahrungen aus dem Betrieb vorgestellt. Die angesprochenen Themen sind im folgenden stich-punktartig zusammengefaßt.

    - die "Verkehrsinsel" ist ein Gemeinschaftsunternehmen im Rahmen des EU-Forschungs-projektes ENTERPRICE von Stadt Frankfurt/M., Rhein-Main-Verkehrsverbund und Verkehrsgesellschaft Frankfurt/M.;
    - das EU-Forschungsprojekt begann im Jahr 1996; es sah u.a. vor, eine Mobilitätszentrale zu errichten und für ein Jahr fachlich zu begleiten;
    - wichtiges Anliegen war, in der Mobilitätszentrale ein verkehrsmittelübergreifendes Service-Angebot vorzuhalten; dazu mußten folgende Fragen geklärt bzw. Probleme gelöst werden:

    · Trägerschaft klären für Finanzierung der Investitionen und des dauerhaften Betriebes;
    · erforderliche Datenbasis schaffen;
    · Räumlichkeiten schaffen und ausreichende Öffnungszeiten absichern;
    · Qualifikation des Personal gewährleisten,
    · es erwies sich als sehr vorteilhaft bzw. nahezu als Voraussetzung für den erfolgreichen Start der "Verkehrsinsel", daß frühzeitig eine Arbeitsgruppe gebildet wurde mit den Partnern:

     

     

    - Hessisches Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen (HLSV);
    - Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH (VGF);
    - Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV);
    - Stadt Frankfurt am Main (Straßenverkehrsbehörde);
    - Umlandverband Frankfurt (UVF);
    - Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV);

     

    - wesentlichen Einfluß auf die Kundenfrequentierung und den Bekanntheitsgrad der Mobilitäts-zentrale hat deren Standort; die Lage der "Verkehrsinsel" an der Hauptwache in Frankfurt/M. und das eigenwillige Aussehen des Bauwerks erwiesen sich als sehr günstig gewählt;
    - es wurde großer Wert auf die Qualifikation des Personals gelegt; gemeint ist nicht die Vorlage bestimmter Zeugnisse, sondern die Befähigung für diese spezielle Art von Kundenbetreuung; insgesamt sind 4 Mitarbeiter und 1 Springer an 2 Beraterplätzen in der "Verkehrsinsel" beschäftigt - Personal wurde je zur Hälfte von den Stadtwerken (Verkehrsgesellschaft) und von der Stadt Frankfurt gestellt; die Arbeitsplätze für den Telefon-Service (Hotline) befinden sich nicht in der "Verkehrsinsel"; äußerst wichtig ist eine sehr gute Ortskenntnis, da ein breites Spektrum an Informationen angeboten und auch abgefragt wird;
    - Finanzierung der Mobilitätszentrale:

    + die vorbereitenden Planungsleistungen und die 1-jährige fachliche Begleitung wurden bzw. werden über das EU-Forschungsprojekt ENTERPRICE finanziert;
    + die Investitionen wurden vom örtlichen Träger finanziert und gefördert mit GVFG-Mitteln des Landes Hessen (dazu gab es eine Grundsatzentscheidung für Hessen);
    + die Betriebskosten, sie bestehen im wesentlichen aus Personalkosten, werden vom örtlichen Träger übernommen; im Falle der "Verkehrsinsel" tragen Stadt, VGF und RMV die Betriebskosten;

    - im Rahmen der fachlichen Begleitung des Projektes wurden u.a. Kundenbefragungen durch-geführt, um Erkenntnisse über Bekanntheit der "Verkehrsinsel" und des angebotenen Services, über das Kundenprofil und das Kundenurteil zu erlangen; über 2.000 Besucher kommen wöchentlich; hauptsächlich werden Auskünfte über den öffentlichen Verkehr erteilt;
    - in der Fachpresse sind Artikel über die "Verkehrsinsel" erschienen, z.B Der Nahverkehr Heft 1-2/98 und Heft 12/98. 

    2. Mobilitätsberatung des RMV
    (Vortrag von Herrn Braun, Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH)

    Der RMV ist einer der örtlichen Träger der "Verkehrsinsel" in Frankfurt/Main. Er betreibt den Telefon-Service (Hotline) sowie die Pflege der Datenbank, deren Informationen den Beratern in der "Verkehrsinsel" zur Verfügung stehen.

    - die RMV-Fahrgastinformation umfasst die Formen Fahrplan, Tarif- und Angebots-Information, Kundenexpress (Fahrgastzeitschrift), Werbung und Mobilitäts-Beratung;
    - die Mobilitäts-Beratung bietet Informationen zum

    + Öffentlichen Verkehr (Fahrpläne, Flugpläne, Fahrpreise, P&R usw.),
    + Individualverkehr (Aktuelle Verkehrslage, Parkhäuser, CarSharing usw.),
    + Freizeit&Touristik (Ausflugsziele, Hotels/Pensionen, Öffentl. Einrichtungen usw.),
    + Veranstaltungen (Heute in Rhein-Main, Kultur, Sport usw.),
    + Serviceangebote (Sortiment&Angebote, Fahrpreise, Ansprechpartner usw.),
    + Aktuelle Infos (An- und Abfahrtszeiten Hbf., An- und Abflugzeiten usw.),
    + Suchmaschine;

    - die Redaktion zur Pflege der Datenbank ist mit 4 Mitarbeitern besetzt; es werden die verschiedensten Informationskanäle benutzt, um die eigene Datenbank zu füllen bzw. zu aktualisieren (z.B. über Video-Text an den Verkehrsrechner in Wiesbaden);
    - derzeitige Vertriebswege der Datenbank-Informationen sind:

    + Mobilitätszentralen in Frankfurt/M. ("Verkehrsinsel" und Flughafen), Bahnhof Hofheim und Bahnhof Alsfeld;
    + Elektronische Medien wie RMV-Internetauftritt, Fax auf Abruf-Service und T-Online;
    + Telefon-Services wie RMV-Hotline und telefonische Beratung der einzelnen Verkehrsunternehmen;

    - Ziel ist die Errichtung einer Mobilitätszentrale bei jedem RMV-Gesellschafter.

    Anschließend präsentierte Herr Braun die Mobilitäts-Beratung des RMV im Internet unter www.rmv.de .

    3. Präsentation der MzM-Homepage
    Herr Reichmuth nutzte die Gelegenheit der verfügbaren Technik, den Internet-Auftritt von MzM zu demonstrieren (http://www.online.de/home/verkehrsplan/mzm/Default.htm). Mitglieder, die dort noch nicht aufgeführt sind, werden gebeten, den entsprechenden Bogen noch an Herrn Habenicht in Jena zu senden, der die Seite gestaltet, am 27.03.1999 jedoch leider verhindert war.

    4. Terminplanung
    Das nächste Arbeitstreffen wird vsl. am Sonnabend, dem 29.Mai 1999, in Dessau stattfinden.

    Im Anschluß bestand die Möglichkeit einer Besichtigung der Leitstelle der EVAG am Busbahnhof in Erfurt, was Herr Würtz dankenswerterweise organisiert hatte.

     

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    23.01.1999 Fahrplanauskunft und Darstellung von Verkehrsunternehmen im Internet

     

     

    Protokoll des Arbeitstreffen vom 23.01.1999:

     

     

     

     

    1. Die Leipziger Straßenbahnseiten (tramleipzig) - Martin Böttcher

    Die Leipziger Straßenbahnseiten im Internet gibt es seit Juli 1997. Sie entstanden aus privaten Seiten von Martin Böttcher, Tobias Hartmann und einem dritten Leipziger. Die derzeitige Adresse ist come.to/tramleipzig

    Die Seiten sind allerdings auch über www.leipzig.com per Link zu erreichen.
    Herr Böttcher stellte die Seiten per online - Demonstration vor. Wie alle Vorträge am heutigen Tag war die Verbindung eine 19.200 Bit/s-Verbindung über Metronet, was teilweise einen langsamen Seitenaufbau bewirkte. Die tramleipzig -Seiten waren dennoch schnell zu sehen, was für die gute Programmierung spricht. Die Seiten sind größtenteils auf deutsch gestaltet; einige Informationen gibt es zusätzlich auf englisch. Die Darstellung entspricht dem derzeitigen Internet-Standard, links ein Navigationsframe und rechts der Inhalt. Javascript wird genutzt.
    Auf den Seiten gibt es aktuelle Infos, jede Woche Aktuelles (z.B. Baustelleninfos), es wird ein Newsletter herausgegeben (z.B. die Straßenbahn als Lastesel), und es wird fast alles über die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) veröffentlicht. Nur der Fahrplan fehlt; das wird die LVB bald selbst machen (siehe zweiter Vortrag unten). Es gibt einen Verweis ins Archiv, das bereits 170 Meldungen enthält. Es gibt eine Darstellung aller Linien als Bild (JPEG), und eine Übersicht, welche Linien an den wichtigsten Haltestellen halten. Der Linienplan wurde übernommen von einer privaten Münchner Seite (www.lokomotive.de).
    Weiterhin gibt es Infos zu Kartenpreisen, Vorverkaufsstellen für die Karten (Tickets), Sonderinfos zu Airport-City-Line, Semesterticket usw. Schließlich gibt es Insiderinfos, z.B. Bericht über einen Besuch in der Leitstelle der LVB, geplante Baumaßnahmen, Streckenstillegungen.

    Es gibt Links auf andere Straßenbahnseiten (z.B. auf www.in-chemnitz.de/cvag also einen ähnlichen Dienst in Chemnitz), ein Gästebuch mit vielen Einträgen und ein Diskussionsforum, das von M. Böttcher redaktionell betreut wird.
    tramleipzig wirbt auch verstärkt um Sponsoren, um den langfristigen Erhalt der Seiten sicherzustellen. Bisher ist ein großer Sponsor der Computer Service Center Mann (CSC), der auch den Serverplatz kostenlos zur Verfügung stellt. E-Mail wird über den kostenlosen Dienst GMX (Microsoft) abgewickelt. Daher entstehen bisher nur die Telefonkosten für die Aktualisierung.

    Seit August 1997 gab es über 10.000 Zugriffe auf die tramleipzig-Seiten. Die Seite "Aktuelles" hat die meisten Zugriffe. Derzeit werden 6 MB Platz auf dem Server belegt.
    In die Zukunft gerichtet werden auf den tramleipzig-Seiten Visionen und Planungen dargestellt, sowohl der LVB als auch der tramleipzig-Seiten selbst. Sinn der Seiten ist auch, Werbung für den Umstieg auf den ÖPNV zu machen.

    2. Die offiziellen Seiten der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) - Michael Biedermann

    Die offiziellen Seiten der LVB befinden sich gerade im Aufbau. Unter der Adresse www.lvb-net.de/lvb gibt es seit Anfang 1999 einige Seiten, die kontinuierlich ausgebaut werden. Im April 1999 soll der Aufbau abgeschlossen sein. Die LVB hat mit der Programmierung eine Agentur beauftragt. Der Server steht bei der Telekom in Leipzig. Die Seiten machen einen professionellen Eindruck, was auch die hypermoderne Seitenendung .shtml zeigt. Die tägliche Pflege der Seiten wird von der LVB selbst (Herrn Weise) unter Nutzung eines von der Agentur bereitgestellten Interface durchgeführt.

    Ein wichtiger Grund für die Präsenz der LVB im Internet war u.a. auch die Gemeindegebietsreform in Sachsen zum 01.01.99, die mit einer Ausweitung des Stadtgebietes Leipzig und damit des Bedienungsgebietes der LVB einherging. Auch die LVB- Tarife wurden zu diesem Datum neu gestaltet und sollen nun u.a. im Internet veröffentlicht werden. Auch durch die neue Tarifgestaltung ist die Anzahl der Abokunden von 6.000 im Vorjahr auf derzeit 20.000 gestiegen.
    Von der LVB werden täglich z.B. die aktuellen Baustellen in die Seiten eingepflegt. Die Darstellung kann graphisch oder als Textversion erfolgen. Mit dem Fahrplan gibt es noch Probleme. Es ist geplant, ab April zunächst statische Infos zum Fahrplan zu veröffentlichen und später dann eine interaktive Version (HAFAS-Lizenz) ins Netz zu stellen.

    Der bisherige Inhalt: Auszug aus dem Geschäftsbericht der LVB, Planungen, z.B. Darstellung der neuen Tochtergesellschaft Regionalbus Leipzig (RVL), der auch eine Vermeidung von Doppelverkehren, z.B. nach Merseburg zur Folge hatte. Der Tarif-Drehring, der auch konventionell beim Fahrer erhältlich ist, wurde von der Agentur in eine Internet-Version umgesetzt. Sie funktioniert mit einem macromedia -Shockwave-Plugin und war bei der Demonstration nur nach langer Zeitverzögerung zu laden.
    Alle Fahrpreise werden auch heute schon, ohne Shockwave, in einer Tabelle dargestellt. Das Liniennetz ist auch veröffentlicht und kann mit einer Navigator-Lupe ausschnittsweise vergrößert werden. Der Programmierer der Agentur erhält tagaktuell alle Änderungen von der LVB und kann sie einpflegen.
    Weiterhin gibt es den LVB-Shop, bei dem Souvenirs im Internet bestellt werden können, die dann per Nachnahme zugesandt werden. Es gibt auch eine Vermarktung der Werbeflächen auf Straßenbahnen, Bussen etc. in Zusammenarbeit mit der Firma Schrotthoff-Werbung, auf deren (geplante) Homepage auch ein Link verweist.
    Außerdem werden die P&R-Plätze für Autofahrer dargestellt, die von auswärts bis an den Leipziger Stadtrand fahren und dann auf den ÖPNV umsteigen sollen. Es gibt Infos für Behinderte, zur Infomaterial-Bestellung, eine LVB- Jobbörse, Darstellung der Tagesausflüge ab Leipzig, Infos zum Straßenbahnmuseum Möckern (mit Fahrplänen dort hin), und ein Toolbar mit Gästebuch, Impressum, Hilfe-Modus etc.
    Als Zusammenfassung betont Herr Biedermann, dass die Seiten keine Konkurrenz zu den tramleipzig -Seiten von Herrn Böttcher sein sollen, sondern dass man sich gegenseitig gut ergänze.


    Als Anhang zu diesem Vortrag stellt Herr Kluge von der HAVAG Halle kurz deren entsprechenden Internet-Auftritt vor. Er ist unter www.havag.com zu erreichen, und das schon seit etwa zwei Jahren. Die HAVAG legt den Schwerpunkt auf den Text, und hat nur wenig Graphik. Es gibt viele News und als Fahrplan bisher die Linie 300 (Flughafenbus).


    3. Die Nahverkehrsauskunft Mittelthüringen im Internet - Markus Würtz (Anbietergemeinschaft RMT, Erfurt)
    Die Erfurter Verkehrsbetriebe (EVAG) sind seit 1998 Mitglied einer Anbietergemeinschaft "Nahverkehrsauskunft im Internet", die eine eigene Web-Seite betreibt. www.nahverkehr.de
    Die Seite hat im wesentlichen all das, was bereits von Herrn Biedermann für Leipzig vorgestellt wurde; darüberhinaus allerdings auch aktuelle Fahrplaninformationen. Es gibt Links zur Deutschen Bahn AG, zum Nahverkehr Jena usw. Fahrplantabellen und Netzpläne werden als .pdf-Dateien vorgehalten. Das ist ein komprimiertes Postscript-Format, zu dessen Betrachtung man den Adobe Acrobat Reader (möglichst ab Version 3.01) benötigt. Es gibt alle Linien als Text. Aktuelle Veränderungen werden eingetragen. Auch die Karten sind als .pdf Dateien vorhanden. Ihre Größe beträgt etwa 300 KB und sie werden derzeit etwa 5-10 mal pro Monat runtergeladen. Außer der besseren Qualität spricht für .pdf-Dateien auch, daß sie nur etwa 70% der Größe einer vergleichbaren (Interlaced) GIF Datei besitzen. Der Acrobat Reader ist kostenlos ladbar.

    Es gibt eine Vereinbarung mit der DB AG, dass ein gegenseitiger Datenaustausch betrieben wird. Als Folge befinden sich die RMT-Daten auch auf der Regio-CD-ROM der Bahn, die z.B. in den EVAG-Läden am Erfurter Hbf und in der Erfurter Innenstadt (Anger) zum Preis von DM 4,90 erhältlich ist. Sie ist per Internet aktualisierbar. RMT hat auch eine HAFAS-Lizenz.
    Es folgt eine Online-Demonstration des Systems durch Herrn Würtz. Gewöhnungs- und erklärungsbedürftig erweist sich die Angabe von Fußwegen bei den Auskünften, z.B. von der Bushaltestelle am Bahnhof zum Bahnsteig. Beim Vergleich Online- / Offline-Abfrage ergeben sich kurioserweise teilweise verschiedenen Zeitangaben für die Fußwege.
    Im ersten Halbjahr des Online-Betriebs gab es im Schnitt 500 Zugriffe pro Monat. Die meisten Leute gehen direkt zur Auskunftsseite. Der Internet-Zugriff ist kostenlos möglich.


    4. Planung einer eigenen Homepage für den MzM
    Jörn Habenicht aus Jena, erklärt sich bereit, eine Homepage für den MzM zu gestalten. Sie wird bei beta.mzm-online.de abgelegt sein.
    Erste Anregungen kamen schriftlich von D. Fiehn aus Karlsruhe, sie wurden begrüßt.
    Vorschlag für Inhalt der Seite:
    - alle Sitzungsprotokolle
    - Vorstellung der Mitglieder, mit Links zu deren Homepage, falls vorhanden
    - es sollte eine privaten Bereich geben, für den der Zugang nur mit Passwort möglich ist.
    - Links zu EU-Forschungsprojekten und Fördermöglichkeiten
    Weitere Ideen können an Herrn Habenicht per E-Mail oder Fax gesandt werden.
    Bisher gibt es von den Anwesenden etwa 12 mit E-Mail-Adresse und 6 mit eigener Homepage.

    5. Verschiedenes u.a.
    Das übernächste Treffen wird dann am 29. Mai stattfinden.

    Protokoll: Eberhard Blocher, Chemnitz www.eb-is.de

     

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    28.11.1998 CarSharing und mobiler Service für ÖPNV-Kunden in Dresden

     


    Protokoll des Arbeitstreffen vom 28.11.1998:

     

     


    Ort: Dresden , beim Verkehrsverbund Oberelbe, Leipziger Str. 120
    Zeit: Sonnabend, den 28.11.1998, 11.15 - 14.00 Uhr
    Teilnehmer: (lt. Teilnehmerliste)

    1. Vorstellung des Car sharing - Projektes in Dresden durch Birger Holm

    Seit zwei Jahren gab es einen kontinuierlichen Dialog zwischen "Stadtgespräch e. V." und den Dresdner Verkehrsbetrieben mit dem Ziel, Car-Sharing in Dresden professioneller anzubieten und dabei den Kunden der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) einen Zusatznutzen anzubieten, im August 1997 kam die Einigung mit Stadtmobil CarSharing als Kooperationspartner zustande. Das Projekt läuft seit Mai 98 in Zusammenarbeit mit den DVB. Die Stadtmobil CarSharing GmbH ist das zweitgrößte Car-Sharing - Unternehmen in Deutschland. Es hat sich gezeigt, daß als Partner für Car-Sharing die örtlichen Nahverkehrsunternehmen sich als sehr günstig erweisen, da beide Seiten die gleiche Zielgruppe (z.B. in Dresden 83.000 Stammkunden der DVB) haben. Die Nutzer schließen ihre Verträge mit einem dazu eigens gegründeten Verein ab (CarSharing Stadtmobil Dresden e.V.), der als ideeller Träger fungiert. Nutzer, die einen Vertrag abgeschlossen haben, erhalten eine berührungslose Chipkarte, mit der sich die Tresore an den Fahrzeugstandorten öffnen lassen, allerdings nur dann, wenn zuvor (zwischen 6 Monaten und 1 Minute im voraus) im bundesweit zuständigen Call-Center gebucht und das Fahrzeug freigeschaltet wurde.Projekte mit Autovermietern sind bislang gescheitert. Wichtig ist es natürlich auch, die bisher vorhandenen Car-Sharing Projekte im Gebiet zu integrieren, was in Dresden gelungen ist (zuvor vorhandener Verein beschränkt sich auf Öffentlichkeitsarbeit und erhält Provision für Werbung neuer Teilnehmer).


    Erste Erfahrungen und Ergebnisse:

    - 700 Nutzer seit Mai,
    - Auslastung der Flotte liegt derzeit bei 40%,
    - Nutzungsverhältnis 19 Kunden pro Fahrzeug,
    - komplette Fahrzeugpalette (Kleinwagen, Mittelklasse, Kombi, Transporter, Kleinbus) an den meisten Standorten (10 im Stadtgebiet),
    - besonders hohe Auslastung zur Urlaubszeit (Fahrzeuge waren im August durchschnittlich 16,8 Std./Tag gebucht), da durch Langzeitrabatte zu Mietwagen konkurrenzfähig
    - auf Engpässe kann relativ schnell durch Kooperation mit Autohäusern reagiert werden,
    - im Angebot sind fast nur geleaste Neufahrzeuge,
    - Werbung fand bisher fast nur via Öffentlichkeitsarbeit (Pressemeldungen) statt, aktuell wird ein Prospekt allen erwachsenen DVB-Abo-Kunden als Direktmailing verschickt,- ein Nutzer mußte bisher ausgeschlossen werden, weil er zahlungsunfähig war: Um eine schnelle Verfügbarkeit der Fahrzeuge nach Anmeldung eines Nutzers sicherzustellen, wird auf eine Liquiditätskontrolle bei der Bank verzichtet,
    - das Nutzungsverhalten (nach Wegezwecken, Längen, Nutzertypen etc.) soll demnächst durch eine Diplomarbeit ausgewertet werden)

    In der anschließenden lebhaften und interessanten Diskussion konnten noch folgende Probleme besprochen werden:
    - Potentiale für Car-Sharing sind auch in Klein- und Mittelstädten vorhanden,
    - Car-Sharing Modelle funktionieren wahrscheinlich in Ostdeutschland etwas besser, da die Motorisierung mit Pkw noch nicht ganz so hoch wie in Westdeutschland ist und man hier eher gezwungen wird, wirtschaftlich zu denken,
    - sachsenweite Ausdehnung (Chemnitz, Zwickau, Leipzig) ist geplant. Dazu soll der Dresdner Trägerverein um eine neu zu gründende Stadtmobil CarSharing Sachsen GmbH als Betreibergesellschaft ergänzt werden (anstelle der deutschlandweiten GmbH aus Dortmund), grundsätzlich werden zuerst die jeweiligen Verkehrsbetriebe als lokale Kooperationspartner angesprochen,? Standort Dresden arbeitet bereits nach gut einem halben Jahr kostendeckend,? mit Car sharing kann man ein wirtschaftlich denkendes Unternehmen betreiben,? deutschlandweite Kooperationen sind derzeit zwar theoretisch denkbar, jedoch mit vielen praktischen Problemen behaftet, hier wird der Markt regulierend wirken,? Einwegfahrten sind bislang nicht möglich, hierzu soll jedoch in Dresden ein Modellversuch durchgeführt werden.

    Im Anschluß an die Veranstaltung wurde noch der Standort Dresden-Pieschen besucht und die Technik vor Ort erläutert.

    2. Vorstellung des Projektes Mobiler Service der DVB von Rainer Körösi

    Nach einer kurzen Vorstellung der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) stellte Rainer Körösi das Modellprojekt Mobiler Service in Dresden vor. Die Zielstellung des Projektes liegt in einer Erweiterung des Service für die Kunden mit den Schwerpunkten:
    - Information (Auskunftserteilung, Hinweise auf Störungen)
    - Hilfestellungen (Begleitservice)
    - Sicherheit
    Gegenüber den oft in anderen Städten zu sehenden "Schwarzen Sheriffs" verfolgt die DVB das Ziel, mit den Servicemitarbeitern (normale rote Dienstkleidung) ein angenehmeres Sicherheitsgefühl zu verbreiten. Die Servicemitarbeiter sind via Bündelfunk mit einem Projektbüro verbunden von wo aus sie zentral disponiert werden. Ferner sind sie mit Fahrplan, Netzplan und anderen Hilfsmitteln für Auskünfte ausgerüstet. Auf Anfrage begleiten sie mäßig hilfsbedürftige Fahrgäste von Haus zu Haus (Kauf von Fahrscheinen am Automat, Überwinden von Stufen in die Straßenbahn, Hilfe beim Umsteigen usw.), dies betrifft ältere Kunden, Behinderte, Erwachsene mit Kindern (Kinder nur bei einer verantwortlichen Begleitperson). In Zusammenarbeit mit einer Sicherheitsfirma und sehr gezieltem Einsatz auf besonders gefährdeten Linien konnten die Vandalismusschäden um 10.000 DM / Monat gesenkt werden.Die Kosten des Projektes liegen für die DVB bei lediglich 500.000 DM/Jahr trotz inzwischen 52 Mitarbeitern, da eine Förderung des Arbeitsamtes durch ABM erfolgt. Das Prinzip "Vergabe-ABM" besagt, daß die ABM-Kräfte Arbeitsverträge mit der DVS GmbH schließen (als Teil des ersten Arbeitsmarktes) und diese DVS GmbH diese dann zur Erfüllung eines Dienstleistungsvertrages zwischen DVB und DVS einsetzt. Die Verwendung von ABM-Kräften schließt allerdings die Ausführung von DVB-Pflichtaufgaben (Fahrausweisverkauf, Fahrausweiskontrolle, Überwachung der Beförderungsbedingungen) durch die ABM-Kräfte aus, was jedoch durch die Verflechtung mit 10 festen Mitarbeitern (Einsatz verstärkt in den Abendstunden) versucht wird zu kompensieren.

    Die ersten Ergebnisse zeigen einen deutlichen Imagegewinn des Unternehmens, so daß die Fortführung im Rahmen des Projektes MOSE 2000 für zwei weitere Jahre vorgesehen ist. Gegenüber westdeutschen Städten (z. B. Stuttgart, die das Modell nachahmen wollten) konnte deutlich engagierteres und qualifizierteres Personal für die Aufgaben gewonnen werden (besser qualifizierte Personen stehen für ABM zur Verfügung), weshalb auch die Erfolge besser sind.

    Im Rahmen der Erarbeitung des Konzeptes für die Mobilitätszentralen soll dieser Mobile Service auch integriert werden.


     

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    26.09.1998 2. Fachseminar, Referate aus Frankfurt (M.), Karlsruhe, Dresden und Potsdam

     

     

    Protokoll des 2. Fachseminar am 26.09.1998 in Halle /Saale

     

     

     

    Protokoll der Fachtagung MzM am 26.09.98

    Ort: Halle (in den Räumen der HAVAG-Verwaltung)
    Zeit: Sonnabend, 26.09.98, 14.00 bis 17.00 Uhr

    Teilnehmer: lt. Teilnehmerliste

    Herr Kluge (HAVAG) begrüßt die Anwesenden und stellt kurz das Unternehmen vor. Die HAVAG
    hat zur Zeit 1.200 Beschäftigte, befördert 65 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Derzeit laufen mehrere
    großere Erneuerungsmaßnahmen, zum Beispiel in Halle-Neustadt bis in das Jahr 2005. Ein
    weiteres großes Projekt ist die Umgestaltung des Riebeckplatzes. 1999 soll ein neues
    Linienkonzept verwirklicht werden. Wichtig ist dem Unternehmen neben den baulichen
    Maßnahmen eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Mit individualisiertem Marketing
    sollen Kunden direkt angesprochen werden.

    1. Bahn-plus (DB-AG)

    Nach Begrüßung durch Herrn Reichmuth referiert Frau Peter, DB AG Geschäftsbereich
    Nahverkehr (GB Nahverkehr heißt ab 01.10.98 DB Regio AG), Marketing, Frankfurt a. Main zu
    Zielen und Maßnahmen der DB AG im Bereich Mobilitätsberatung.
    - Ziele der DB AG:
    - Ansprache von Nicht-Kunden
    - Präsenz des Unternehmens auch außerhalb von Bahnhöfen
    - Verknüpfung der DB AG-Angebote mit der von anderen Verkehrunternehmen
    (geschlossene Reisekette)
    - Verringerung von Informationsdefiziten
    - Herausstellung der Vorteile vom ÖV gegenüber MIV
    - Als Standorte von Mobilitätszentralen erscheinen der DB entweder die Bahnhöfe oder das
    Stadtzentrum sinnvoll.
    - Neben den Mobilitätszentren strebt die DB AG auch weitere Aktivitäten an, die unter dem
    Schlagwort Mobilitätsmanagement zusammengefasst werden können: z. B. die Beratung vor
    Ort (zu Hause, Betriebe) und electronic ticketing.
    - Seit September 1998 läuft das Pilotprojekt „Bahn-plus“:
    - Für Bahncard-first-Kunden besteht die Möglichkeit auf den Relationen zwischen Frankfurt,
    Stuttgart und München eine Reisekette von Haus zu Haus bei der DB AG zu buchen. So
    wird beispielsweise das Taxi nicht vom Kunden, sondern von der DB AG bestellt.
    - Der Kunde bekommt nach einem Anruf im call-center einen Reiseplan und ein Scheckheft
    für Taxifahrten etc. zugesendet. Der Taxifahrer rechnet mit der DB AG, die DB AG
    monatlich mit dem Kunden ab.
    - 5.500 Kunden wurden angeschrieben, 110 Kunden nutzen derzeit das Angebot, 6.500
    Taxis sind vertraglich gebunden.
    - Ab März 1999 soll der öffentliche Nahverkehr in das Angebot einbezogen, der Nordkorridor
    aufgebaut und die Kundenbasis erweitert werden.

    Diskussion:
    - Herr Csernak merkt kritisch an, daß eine ähnliche Aktion „Bahntaxi“ zu Lasten der Taxifahrer
    ging, da sie zu einem Festpreis Fahrgäste befördern müssen. Der Besetzungsgrad der
    Bahntaxis liegt nach einer Untersuchung der Uni Wuppertal bei 1,1 Personen. Er stellt die
    Frage, wie der Kunde sein bestelltes Taxi am Bahnhof erkennt. Frau Peter erläutert, daß die
    Taxen als Bahn-plus-Kfz ausgeschildert sind.
    - Die Frage von Herrn Müller nach der Kooperationsform der DB AG bei Mobilitätszentralen
    beantwortet Frau Peter, daß dies von Standort zu Standort unterschiedlich ist.
    - Erfahrungen mit dem neuen Angebot sollen in einem Kundentest im Dezember ermittelt
    werden.


    2. Mobilitätsberatung Jupiter (FZI Karlsruhe)

    Anschließend berichtet Herr Fiehn, FZI Karlsruhe vom Projekt Jupiter 2, das in Heidelberg in
    Erprobung ist.

    - Das FZI versteht sich als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Forschung. Einer der neun
    Forschungsgruppen befaßt sich mit Mobilitätsmanagement und Robotik.
    - Das Programm Jupiter ist ein gemeinsames Projekt von der Stadt Heidelberg und dem FZI
    - Das Programm Jupiter umfaßt Infos zu allen Verkehrsmitteln, wobei die Auswahl der/die
    Mobilitätsberaterin vornimmt. Neben der Routenplanung (Fahrplanauskunft, Adressensuche)
    ist für das Programm auch ein Auskunftssystem in Aufbau, das Informationen über
    Öffnungszeiten, Eintrittspreise etc. gibt.
    - Das Programm generiert zukünftige dynamische Internet-Seiten, wodurch dann der Einsatz in
    dezentralen Einheiten und auch zu Hause möglich ist.
    - Derzeit wird das Programm nur in der Infothek am Bismarckplatz eingesetzt, die von der HSB
    betrieben wird.
    - Die Evaluierung des Angebotes ist auf drei Schienen angedacht: Zugriffsstatistik,
    Protokollierung der Suchanfragen, direkte Meinungsabfrage bei den Kunden.
    - Bei der Adressensuche werden die gewünschten Standorte mit Stadtplanausschnitten
    (Bitmaps) angezeigt und können ausgedruckt werden.
    - Die vorgestellte Software ist frei verfügbar, da sie mit EU-Fördermitteln entwicklt wurde. Sie
    wird bis zum Laufzeitende des Projektes (1999) weiter vervollkommnet.
    - Anschließend führt Herr Fiehn einige praktische Beispiele am Rechner vor.

    Diskussion:
    - Herr Csernak stellt fest, daß die Zuordnung von Adressen zu Haltestellen sich bei ähnlichen
    Projekten als sehr aufwendig herausgestellt hat. Insbesondere, wenn die
    Haltestellenzuordnung nicht starr, sondern dynamisch (je nach Fahrtziel) erfolgt. Er kritisiert,
    daß das Frauen-Nacht-Taxi nicht in die normale Fahrplanauskunft integriert ist, sondern über
    einen eigenen Menüpunkt aufgerufen werden muß.
    - Die Frage nach Eingabe von persönlichen Präferenzen beantwortet Herr Fiehn mit dem
    Hinweis, daß bestimmte Linien und Verkehrsmittel ausgeschlossen werden können.
    - Die Aktualisierung der Daten wird von den Mitarbeitern nebenbei betrieben, was
    problematisch sein kann.
    - Zur Frage nach einmaligen und laufenden Kosten: derzeit umfaßt das Projekt 2 Stellen und
    weitere Personalkapazitäten in der Stadtverwaltung, die aber sonst mit anderen Aufgaben
    betreut sind.
    - Herr Csernak ergänzt, daß der VRR neue Fahrplan-Daten jede Nacht übermittelt.


    3. Mobilitätsberatung beim ZVOE

    Herr Fiedler vom Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe erläutert den Stand zum Projekt
    „Mobilitätsberatung“ des Zweckverbandes.

    - Im April 1996 beschloß der ZVOE, Mobilitätszentralen einzurichten und beauftragte die
    Verwaltung mit entsprechenden Untersuchungen
    - 1997 wurde dazu eine Studie in Auftrag gegeben. Sie soll das sinnvolle
    Dienstleistungsangebot, das rechtliche Konstrukt, ein Filialkonzept mit örtlichen und sachlichen
    Festlegungen, die Finanzierung und den zeitlichen Ablaufplan für die Erstellung von
    Mobiliätszentralen im Bereich des ZVOE darstellen.
    - 1998 stand im Mittelpunkt der Aktivitäten des ZVOE die Einführung des Verbundtarifes, so
    daß erst jetzt wieder verstärkt am Thema Mobilitätszentralen gearbeitet wird.
    - Wesentliche Ergebnisse der Studie sind:
    - Die Filialen werden in Filialen 1. und 2. Ordnung unterschieden
    - Es wird die Gründung einer GmbH empfohlen. Gesellschafter sollen der Verkehrsverbund,
    die Verkehrsunternehmen und andere Partner (z. B. Fremdenverkehrsverband) sein.
    - Die Auskunft soll personalbedient sein
    - Es sollen auch Beratungsleistungen in Betrieben angeboten werden
    - Für den 06.10.98 wird eine entsprechende Beschlußfassung im ZVOE angestrebt. Dann
    könnte die GmbH am 01.01.1999 starten.
    - Wichtige Erfahrungen bei der Mobilitätsberatung wurde auch bei der Einführung des
    Verbundtarifes gezogen:
    - Zur Bewältigung der Anfragen wurden 5 Computerarbeitsplätze eingerichtet, die sowohl
    über EFA-Win (Auskunft) als auch Textprogramm (Beantwortung von Beschwerden) und
    Telefonauskunft verfügen.
    - Für die Auskunft wurden Studenten der TU Dresden als Zeitarbeitskräfte eingesetzt, was
    nach Anfangsschwierigkeiten gut funktioniert. Die besten sollen dauerhaft eingesetzt
    werden. Ein Arbeitsplatz wird als Vollzeit-Stelle eingerichtet. Diese Person soll zukünftig
    auch in Betrieben etc. Mobilitätsberatung vor Ort leisten.
    - Insgesamt haben rund 5.000 Kunden sich an den ZVOE gewandt. Dies wird als Zeichen
    gewertet, daß verstärkt der ZVOE und nicht die Verkehrsunternehmen als Adressat in
    Sachen ÖPNV von der Bevölkerung wahrgenommen wird.
    - Die Kundenhotline soll beibehalten werden
    - Der ZVOE unterstützt das Mobilitätszentrum im Bahnhof Kamenz. Der Umbau erfolgt durch
    die DB AG Personenbahnhöfe, das Interieur und die Betriebskosten werden je zur Hälfte vom
    ZVOE und Fernverkehr getragen. Die Schulung nimmt der ZVOE vor.
    - Der ZVOE plant und realisiert gemeinsam mit DVB ein Mobilitätszentrum in Dresden am
    Wiener Platz (Hbf.). Allerdings ist problematisch, daß sowohl Regionalverkehr als auch DB AG
    an diesem Standort nicht eingebunden sind (jeweils eigenes Kundenzentrum).
    - Herr Fiedler verweist auf die Internet-Seiten des ZVOE und bittet, dieses Medium auch für
    Anregungen und Bitten zu verwenden.
    - Da die Kunden immer wieder danach verlangen, wird der ZVOE eine Fahrplan-CD
    herausbringen, obwohl dies vom ZVOE aufgrund der mangelnden Aktualisierung als
    problematisch eingestuft wird.

    Diskussion:

    - Herr Engelmann regt an, die Info-Hotline auf jeden Fahrschein zu drucken
    - Die bereits von der DVB erprobten Serviceleistungen „Car sharing“ und „Mobiler Service“
    sollen teilweise auf den ZVOE ausgedehnt werden.


    4. Bahnhof Potsdam-Griebnitzsee

    Stephan Müller von der Agentur BahnStadt berichtet anschließend von der Wiederbelebung des
    Bahnhofes Potsdam-Griebnitzsee:

    - Auftraggeber der Studie zur Wiederbelebung ist der Bahnkunden-Verband und der VCD
    Brandenburg
    - Neben dem Nutzungskonzept ist die Zusammenstellung von Fördermittelanträgen, die
    Koordination mit der DB AG, die Vorbereitung der Trägerschaft, die Prüfung der
    Betreiberfunktion notwendig.
    - Der Standort Griebnitzsee hat derzeit 4.500 Fahrgäste pro Tag. Er hat mit der Uni, der
    Medienstadt Babelsberg und Wohnsiedlungen im Einzugsbereich aber ein höheres
    Kundenpotential.
    - Im Bahnhof sind zur Zeit nur Büros untergebracht
    - Beim Umbau können die vorhanden Schalter aus Denkmalschutzgründen nur innen (nicht von
    der Seite der Bahnhofshalle her) geöffnet werden.
    - Als Angebot sind geplant:
    - Mobilitätsberatung
    - Tourismusinfo
    - Fahrkartenvertrieb
    - Postdienstleistungen
    - Zeitungen
    - Kultur- und Veranstaltungsservice
    - Concierge-Service (Anregung von einer Studienreise in den USA): hier können z. B.
    Schuhe zum Reparieren abgegeben werden
    - Fahrradstation (Verleih, Aufbewahrung, Führung)
    - Parkraumbewirtschaftung
    - Präsentation der Verkehrsverbände (DBV, VCD)
    - Aktueller Handlungsbedarf
    - Aufstellung des Wirtschaftsplanes
    - Fördermittelakquisition (MUNR, Regionalisierungsmittel, Arbeitsförderung)
    - Zeitplan
    - Vertragsabschlüsse (DB AG, Post AG)
    - Die Kooperation mit der Post ist neu. Die Schulung des Personals übernimmt die Post. Sie
    dauert 4-6 Wochen. Auch das Schaltermobiliar wird von der Post zur Verfügung gestellt.

    - Als Themen für die nächsten Themen werden vorgeschlagen:
    - MZ als ländliche Dispatcherzentralen: z.B. Wolfen
    - Mobilitätsmanagement bei großen Events
    - Car-sharing (Angebot der DVB AG)
    - Vergleich von Betreibermodellen und Finanzierungssystemen
    - Mobiler Service (Angebot der DVB AG)
    - Potsdam-Griebnitzsee (Sommer 1999)
    - Fahrplanarten / -karten
    - ÖPNV + Naherholung/Freizeitverkehr


     

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    26.09.1998 2. Jahresvollversammlung

     

     

    Protokoll der Jahresvollversammlung am 26.09.98 in Halle:

     

     


    Teilnehmer: 11 bisherige und 3 neue Mitglieder (vgl. Mitgliederliste) sowie Steffen Fliegner, Halle

    Herr Reichmuth weist darauf hin, daß nur Mitglieder stimmberechtigt sind.

    Herr Thiemann-Linden legt den Kassenbericht schriftlich vor. Er wird von den anwesenden Mitgliedern gebilligt.

    Der Vorstand berichtet von den zurückliegenden Aktivitäten des letzten Jahres.

    Anschließend wird über die beantragte Satzungsänderung diskutiert. Die Versammlung beschließt folgende Neufassung von § 1 und § 2 mit 13 Ja-Stimmen, 0 Nein-Stimmen und 1 Enthaltung:

    „§ 1 Ziel des Mobilitätskreises für Mobilitätszentralen und Mobilitätsmanagement (MzM) ist der Erfahrungsaustausch und Know-How-Transfer zwischen seinen Mitgliedern sowie weiteren interessierten Personen und Institutionen bezüglich der Einrichtung und des Betriebes von Mobilitätszentralen und Mobilitätsmanagement. MzM vesteht sich als Forum, das durch neue Formen der Mobilitätsberatung die Nutzung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes fördern will.

     

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    10.07.1998 Individualisiertes Marketing in Halle / Fahrplangestaltung / SPNV-Marketing

     


    Protokoll des Arbeitstreffen vom 10.07.1998:

     

     

    Ort: Leipzig, Straßenbahnhof Apelstraße der LVB
    Zeit: Freitag, 10. Juli 1998, 17.00 bis 19.30 Uhr
    Teilnehmer: (lt. Teilnehmerliste)

    1. Einleitung durch Jochen Schulz

    - Kurzvorstellung des Schwerpunktthemas: Marketing
    - Die Vollversammlung am 26.09.1998 findet definitiv bei der HAVAG in Halle statt.
    - Vorstellungsrunde der Anwesenden

    2. Individualisiertes Marketing (Egbert Kluge, HAVAG)

    Die HAVAG führt seit 1996 ein auf bestimmte Gebiete festgesetztes individualisiertes Marketing durch, dessen Konzept mit Socialdata aus München, Außenstelle Leipzig erarbeitet wurde. Der Grund ist die Gewinnung von Kunden, auch ohne aufwendige Maßnahmen zur Erneuerung/Verbesserung des Fahrzeugparkes bzw. des Angebotes durchführen zu müssen. Außerdem besteht inzwischen auch in Ostdeutschland ein erhebliches Informationsdefizit der Bürger (ca. 50 %) über die Möglichkeiten, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für die eigenen Wege zu nutzen .Die Zeitdauer und die Kosten der Verkehrsmittel werden deutlich zuungunsten des ÖPNV über- und zugunsten des Motorisierter Individualverkehr (MIV) unterschätzt.

    Diesem Informationsdefizit soll durch die direkte Ansprache unter Auswahl potentiell interessierter Bürger entgegengewirkt werden. Dabei gilt zunächst, dass für einen großen Teil der Wege die Verkehrsmittelwahl frei ist. Objektiv gesehen existiert neben dem bereits für den ÖPNV erschlossenen Potential von ca. 20 % des Verkehrsaufkommens ein weiteres Potential in ähnlicher Höhe. Diese potentiellen Kunden werden momentan wegen fehlender Information, zu hohem Zeitaufwand bzw. fehlendem Komfort von der Nutzung des ÖPNV abgehalten.

    Das individualisierte Marketing bietet
    - eine rasche flächendeckende Steigerung der ÖPNV-Nutzung
    - verstärkte ÖPNV-Nutzung in Schwachlastzeiten
    - deutliche Mehrerlöse
    - Verbesserung der Stimmung gegenüber dem ÖPNV (stärkerer Kundenbezug)
    - Imageverbesserung (ziemlich schnell und spürbar)
    - positive Impulse auch auf das interne Marketing
    - keine "Materialschwemme" durch direkte Ansprache der Kunden
    - weitgehende Vermeidung von "Kannibalismus" bzw. Mitnahmeeffekten bei Testtickets

    Designphasen
    1) Kontaktaufnahme schriftlich oder telefonisch
    2) Selektion in - regelmäßige Kunden (R)
    - Interessierte (I)
    - Uninterssierte (N)
    3) Übergabe der angeforderten Informationsmaterialien. Im Fall der HAVAG waren dies
    - angeforderte Präsente für die Gruppe R
    - Informationsmaterial für die Gruppen I und R
    - Testtickets (Monatskarte) für die Gruppe I; dazu mussten diese sich mindestens zweimal bei der HAVAG gemeldet haben.

    1997 wurden im Versorgungsgebiet der HAVAG 4 Großanwendungen im Zeitraum von April bis November mit insgesamt 27.500 Zielpersonen durchgeführt. In diese Phase fiel eine Preiserhöhung des Beförderungsentgeltes.

    Auswertung
    - 97 % der betroffenen Personen empfanden die direkte Ansprache als positiv
    - Die Veränderungen in der Verkehrsmittelwahl der Zielgruppe wurde mit Referenzgruppen verglichen. Daraus ergab sich in allen Fällen eine für den ÖPNV positive Entwicklung, die von einem geringeren Rückgang bis zu einer Steigerung der Nutzung reichte.
    - Ergebnisse aus anderen Städten haben ergeben, dass die Aufwendungen von etwa 15,00 DM/Angesprochenem innerhalb von 12 Monaten über erhöhte Einnahmen wieder zurückfließen. Durch die Nachwirkungen ergibt sich innerhalb der folgenden 4 bis 5 Jahre ein Aufwand/Nutzen-Verhältnis von etwa 1 zu 3

    Erfahrungen
    1) Voraussetzung ist eine sorgfältige Planung bei
    - Auswahl der Gebiete
    - personeller Absicherung im Unternehmen
    - sorgfältiger Kalkulation der Info-Materialien
    - kurzfristiger Übergabe der Materialien
    2) Rückfluss der Kundeninformationen sichern
    3) hohe Erwartungshaltung auf weitere Betreuung wird geweckt
    4) ständiges Bereithalten der Informationsmaterialen
    5) Nutzen der Synergieeffekte gegenüber den Abo-Kunden

    Auf Nachfrage zur Datenerhebung wurde erläutert,
    - dass für die jeweiligen Referenzgruppen Daten der Stadt Halle zur Verfügung standen und dass die Zielgruppen ca. 6 Monate nach Durchführung des eigentlichen individuellen Marketings zu ihrem Verhalten befragt wurden.
    - dass die Gespräche mit den Interessierten ca. 30 bis 45 Minuten dauerten und dem Personal, um Zeitdruck zu vermeiden, etwa 90 Minuten zur Verfügung standen. Es wurde weitestgehend eine positive Reaktion auf die Gespräche festgestellt, obwohl die Bürger in „Vertreterart“ angesprochen wurden. Nach anfänglichem Einsatz des Personals von Socialdata wurde später hauptsächlich auf HAVAG-Beschäftigte zurückgegriffen, die diese Arbeit als Abwechselung begriffen. Von Seiten der HAVAG verspricht man sich außerdem eine stärkere Motivation im Unternehmen und einen anderen Umgang mit den Kunden (nicht "Beförderungsfälle")

    3. Fahrplangestaltung im Kreis Quedlinburg (Michael Wendt, Landkreis Quedlinburg)

    Vorgestellt wird die Entwicklung der Fahrplandarstellung im Landkreis Quedlinburg von 1989 bis 1997. Dabei wurde versucht die Gestaltung übersichtlicher zu machen und Informationen anderer Verkehrsträger aufzunehmen. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg war die Einführung von Querlesehilfen, Herausheben von saisonalen Angeboten wie z.B. Schülerverkehren und die Einbeziehung von Anschlussverbindungen 1994. 1996 wurden die Fahrpläne mit DB-Angeboten ergänzt und begonnen, persönliche Fahrpläne zu erstellen.

    Es kommt allerdings deutlich zum Ausdruck, dass der Landkreis Quedlinburg weiterhin stark an der Verbesserung der Fahrplangestaltung interessiert ist, woraus sich folgende Fragen ergeben:
    1) Sollen nur einzelne Linen im Fahrplan dargestellt werden oder Relationspläne aufgestellt werden?
    2) Wie und in welchem Umfang sollen und können Anschlüsse dargestellt werden?
    3) Wie können Fußnoten zur besseren Übersichtlichkeit und schnelleren Lesbarkeit vermieden werden? Ist die Übernahme der DB-Fußnoten sinnvoll?
    4) Sollen Taktverkehre im Fahrplan gegenüber "Ausreißern" (z.B. Schülerverkehren, taktverdichtenden Angeboten) herausgehoben werden?
    5) Kann man Bus und Bahn in einen Fahrplan integrieren?

    Aus der Runde kamen dazu einige Anregungen:
    - Es sollten nicht alle möglichen Anschlussverbindungen dargestellt werden. Nur garantierte Verbindungen, von auch bei Verspätungen aufeinander wartenden Linien dürfen dargestellt werden.
    - Darstellung in Linienfahrplänen ist gut. Allerdings ist die Aufstellung von Relationsplänen bei einer weitgehenden Deckung von Linien sinnvoll; evtl. in Ergänzung der jeweiligen Linienfahrpläne.
    - Für die Fußnoten sollten die Symbole der DB weitgehend übernommen werden. Eine Erläuterung auf derselben Seite ist unbedingt erforderlich.

    4. Marketing - Pilotprojekte Sachsen-Anhalt (Andrea Doliwa, Rodenbröker & Partner)

    Ziel des Pilotprojektes war es, mit Hilfe von Angebotsverbesserungen und gleichzeitigem Marketing die Nutzung zu steigern. Dazu wurden wurden zwei in der Struktur sehr unterschiedliche Strecken ausgesucht:
    - a) Sangerhausen - Halle (ca. 60 km)
    - b) Stendal - Tangermünde (ca. 11 km)

    Bei dem entwickelten Marketingkonzept handelt es sich im Gegensatz zu dem unter 2) vorgestellten individualisierten Marketing um ein "reines Massenmarketing".

    Zur Angebotsverbesserung wurde ein Stundentakt von morgens bis abends über die ganze Woche eingeführt und wurden neue Fahrzeuge eingesetzt. Die zunächst angedachten Fahrzeitverkürzungen und Bahnhofs- bzw. Haltestellenumbauten wurden nur noch unvollständig durchgeführt.

    Ablauf der Marketingaktion
    1) Es wurde eine Marketingausschreibung durchgeführt.
    2) Im März 1997 wurde über die örtliche Presse ein Namenswettbewerb für die Strecken durchgeführt, der letztendlich zu folgenden Namen führte:
    a) Kupferexpress (ca. 350 beteiligte Bürger)
    b) Alma (ca. 150 beteiligte Bürger)
    3) Unter den Kindern wurde ein Malwettbewerb unter dem Thema "Bahn fahren macht Spaß" ausgeschrieben. Die Bilder der Gewinner wurden auf Großplakate aufgezogen (Beteiligung von 600 bzw. 150 Kindern).
    4) Zur Einführung der Strecken wurde jeweils ein großes Bahnhofsfest organisiert. Dabei konnten die Strecken jeweils für die Dauer des Festes für 1,-- DM befahren werden.
    5) Für die Aktion wurden unter Einzelhändlern und weiteren Einrichtungen Werbepartner gesucht. Es sollten Plakate aufgehängt und nach Möglichkeit Fahrpreisrabatte gewährt werden. Als Gegenleistung wurden die Partner, die Fahrpreisrabatte gewährten, ins Kundenmagazin aufgenommen.
    6) Für die Aktion Testfahrer wurden im November 1997 10 bzw. 5 Testfahrer über die Presse ausgewählt. Sie wurden vor und nach der Testphase interviewt und in der Ortspresse vorgestellt. Die Anregungen der Testfahrer, die keine Stammkunden der Bahn waren, wurden konkret berücksichtigt.

    Informationsmittel
    1) Erstellung des auf die Region bezogenen Kundenmagazins "Auf Achse". Die Auflage beträgt momentan 3 Mal im Jahr 60.000 bzw. 10.000 Exemplare. Es ist jeweils auf die End punkt der Strecken Halle bzw. Stendal ausgerichtet. Es gibt allgemeine Informationen, Hinweise zu Aktivitäten und immer wieder Mitmachaktionen.
    2) Es wurden Lesezeichen mit Streckeninfos (Fahrplan) verteilt.
    3) An den Bahnhöfen wurden große Informationstafeln mit der jeweiligen Abfahrtsminute der entsprechenden Richtung aufgestellt (ca. 1.000,--/Stk.).
    4) 1998 wurden Fahrpläne in Spielkartengröße verteilt.

    Auswertung
    Auf beiden Strecken ist ein Fahrgastzuwachs von etwa 25 % zu verzeichnen gewesen.

     

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    09.05.1998 Kooperation Nahverkehr und DB am Beispiel Servicebüro Bhf. Quedlinburg

     


    Protokoll des Arbeitstreffen vom 09.05.1998:

     

     

    Kooperation bei Fahrkartenverkauf und Fahrgastinformation zwischen Verkehrsunternehmen in Quedlinburg

    Ort: Quedlinburg (Bahnhof und Q-Bus-Betriebshof)
    Zeit: Samstag 9. Mai 1998, 11.15 - 13.45 Uhr
    Teilnehmer: (lt. Teilnehmerliste)

    1. Servicebüro im Bahnhof Quedlinburg

    Im Bahnhof Quedlinburg ist in der Bahnhofshalle ein gemeinsames Servicezentrum von DBAG und Q-Bus eingerichtet, bestehend aus dem DB-Schalter und dem Servicebüro des Q-Bus im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang. Es kann als eine Vorstufe für eine spätere Mobilitätszentrale gesehen werden. Die Lage des Busbahnhofs am Bahnhof und die sukzessive Erneuerung des Baudenkmals Bahnhof Quedlinburg und weitere Verkaufseinrichtungen gaben Impulse zu dieser Konstellation in den ehemaligen Postvertriebsräumen.

    Der DB-Schalter ist gegenwärtig mit einer Vollkraft besetzt, mit den aktuelle Öffnungszeiten Mo - Fr 6.30 - 11.15 und 12.45-14.30 Uhr (montags ab 5.30 Uhr, freitags bis 16.30 Uhr). Das Q-Bus-Büro, neben den Q-Bus-Agenturen das einzige Servicebüro im Landkreis, ist mo-fr. durchgehend 6.00 - 18.00 Uhr besetzt. Hier werden als DB-Agentur auch DB-Nahverkehrsfahrkarten mit verkauft und Bestellungen für Fernverkehrsfahrkarten angenommen. Angestrebt wird eine kontinuierliche Bedienung incl. des Wochenendes, Voraussetzung ist die Qualifikation der drei (teilweise Teilzeit beschäftigten Mitarbeiter) mit „Kurs 90“.

    In der Diskussion dieser Lösung vor Ort wurden u.a. angesprochen:

    • Vermittlungsprobleme gegenüber Kunden, warum nach Schließen des DB-Schalters nicht das übliche Fahrkarten- und Informationsangebot der DB verfügbar ist.

    • Traditionelle Schaltergestaltung statt eines offeneren Beratungsbüros aufgrund der Restriktionen aus Denkmalschutz und den Sicherheitsannahmen der DB über Diebstahlrisiken.

    • Schwierige Erreichbarkeit des Servicezentrums über Telefon (19419 lokal nicht verfügbar - Vorschlag der Einrichtung der 19449 im Zuge einer regionalen Kooperation im Harz)? Großer Bedarf nach Information über ÖPNV hinaus - jedoch bisher Zurückhaltung der Stadt Quedlinburg, mit Angeboten der städtischen Touristeninformation im Bahnhof präsent zu sein.

    • Übergang des Servicebüros in eine einfache (kommunale oder ÖSPV-seitige) Trägerschaft als DB-Agentur mit der Erweiterungsoption zur Mobilitätszentrale wird z.Zt. nicht verfolgt. Unabhängig davon etabliert sich z.Zt. eine private Fahrradvermietung im Bahnhofsbereich.

    2. Vorstellung des Unternehmens Q-Bus

    Die Q-Bus GmbH als Unternehmen des Landkreises arbeitet seit 1992 als anerkanntermaßen innovatives Busunternehmen und hat seinen Service, teilweise mit Unterstützung von bundesweiten Institutionen, kontinuierlich ausgeweitet und bereits zu 80 % vertaktet (Knoten in den Klein- und Mittelstädten). Ergebnis sind inzwischen wieder steigenden Fahrgastzahlen. Einige Kennziffern: 3,2 Mio fkm mit 22 Linien in 6 Landkreisen mit einer Wochenendbedienung von 60% des Werktagsverkehrs; 2,8 Mio. Fahrgäste / a; Kostendeckung 70-75%.

    Ein neues Arbeitsfeld ist die Fahrgastinformation (Pilotversuch mit persönlichen Fahrplänen in Ballenstedt, Busverbindungen im DB-Kursbuch, Kontakte zur NASA wegen INSA und zur DB wegen elektronischer Fahrplanauskunft) und Marketing in Verbindung mit den Kommunen und dem Tourismusgewerbe - das jedoch nicht überall gleichmäßig mitzieht bzw. noch nicht regional ausreichend kooperiert.

    Der Nahverkehrsplan ist seit 1998 voll wirksam und gibt Planungssicherheit. In der regionalen Zusammenarbeit des Ostharzes ist weitgehend ein Tarifverbund der Busunternehmen (incl. Anerkennung des SWT) erreicht.

    3. MzM -Aktivitäten und Kurzberichte aus den Regionen

    Kamenz: Eine ähnliche Kooperation wie in Quedlinburg ist am Bahnhof Kamenz vorgesehen. Erste Erfahrungen sind im September zu erwarten. (Das Papier von Herrn Petzold mit dem Konzept wurde in Quedlinburg verteilt)

    Dresden: Die Dresdner Verkehrsbetriebe haben seit April 1998 ein CarSharing -Angebot mit 10 Standorten im Programm. Dabei enthält das ÖPNV-Abo den CarSharing -Monatsbeitrag.

    Erfurt: Die EVAG hat ein neues Servicebüro eingerichtet. Am 23.5.1998 findet in Erfurt der 1. Nahverkehrstag statt.

     

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