15.06.2005: 8. Hauptversammlung

    TOP 2: Rechenschaftsbericht für den Zeitraum November 2003 bis Juni 2005 durch den Vorsitzenden Matthias Reichmuth:

    Eine Anfrage des Deutschen Städtetages zur Finanzierung von Mobilitätszentralen über das GVFG wurde von MzM unterstützt. Die Aufnahme als Fördertatbestand in das GVFG scheiterte jedoch am Widerstand einiger Länder. Unabhängig davon fördern vereinzelt Länder durch entsprechende Interpretation des GVFG Mobilitätszentralen im Rahmen von Bahnhofs- oder ZOB-Vorhaben.

    Die im Anschluss an eine Tagung des BMBF (ÖPNV im ländlichen Raum) in Bielefeld im November 2004 geplante MzM-Jahresvollversammlung musste aufgrund zu geringer Teilnahme ausfallen. Die MzM-Newsgroup weist ca. 40 Mitglieder und 60 Sympathisanten auf.

    Matthias Reichmuth gibt bekannt, dass er und Ludger Sippel nicht mehr für den Vorstand von MzM kandidieren möchten. Matthias Reichmuth möchte nach 8 Jahren als Vorstandsvorsitzender das „Steuer“ einem anderen überlassen, Ludger Sippel kann aufgrund beruflicher Veränderungen nur noch bei Szenario 2 als Kassenwart fungieren.

    TOP 3: Kassenbericht

    Der von Ludger Sippel erstellte Kassenbericht für den Zeitraum 14.11.2003 – 10.06.2005 wird an die Mitglieder verteilt. Portokosten entfallen künftig aufgrund von Internetnutzung. Fahrtkosten wurden nur dem Vorsitzenden erstattet. Für die Tagung „Mobilpakete“ leistete MzM ein Sponsoring von 300 €.

    TOP 4: Diskussion um die zukünftige Arbeit von MzM

    Matthias Reichmuth gibt die Rückäußerungen per eMail der nicht anwesenden Mitglieder bekannt: 4 Mitglieder wollen MzM als „Marke“ erhalten bzw. plädieren für Szenario 1, nur 1 Mitglied spricht sich für Szenario 2 aus, 2 für Szenario 3 und 2 weitere Mitglieder sind unentschieden. Von den anwesenden Mitgliedern schlägt Matthias Böhm eine Abwandlung von Szenario 1 vor: Anstatt 2 feste Mitglieder für die Organisation von Veranstaltungen zu bestimmen, sollte die Vorbereitung von Treffen unter den Mitgliedern wechseln. Hierbei würde sich auch Matthias Böhm in einem gewissen Umfang engagieren. Auch Bodo Schwieger hält den persönlichen Erfahrungsaustausch für wichtig und bietet ein Sponsoring durch team red an (Internet-Forum). Nahezu alle anwesenden Mitglieder sprechen sich für Szenario 1 aus, wünschen jedoch eine thematische Öffnung von MzM und das „Andocken“ von MzM-Treffen an bereits existierende Fachtagungen, wie dies bereits am 15.06.2005 praktiziert und im November 2004 in Bielefeld angedacht wurde. Herr Baumann-Hauser informiert, dass sich auch das ILS anderen Themen widmen möchte.

    Eine Reduzierung von MzM auf eine reine Internett-Plattform wird mehrheitlich als nicht zielführend bewertet, da Erfahrungen gezeigt haben, dass derartige Einrichtungen nach kurzer Zeit einschlafen.

    TOP 5: Abstimmung über das verfolgte Szenario

    Zunächst wird über die künftige Form der Erhebung von Mitgliedsbeiträgen abgestimmt. Mark Walcher erklärt in diesem Zusammenhang seinen Beitritt zu MzM und seine Bereitschaft, als Kassenwart zu kandidieren.

    Abstimmung:

    Erhebung von Beiträgen nur noch bei Bedarf: 2 Stimmen
    Weiterhin regelmäßige Beiträge: 6 Stimmen
    Enthaltungen: 1 Stimme

    Anschließend erfolgt die Abstimmung über die Szenarien:
    Szenario 1 (unter Beachtung der Ergänzungen in TOP 4): 7 Stimmen
    Enthaltungen: 2 Stimmen

    TOP 6: Abstimmung über eine Änderung der Ordnung, falls Szenario 2 verfolgt wird

    entfällt

    TOP 7: Neuwahl des Vorstands

    Von den vorgeschlagenen Kandidaten für den Vorstandsvorsitzenden, Cindy Rockstroh und Bodo Schwieger, lehnt Bodo Schwieger aus zeitlichen Gründen ab.

    Abstimmung über Cindy Rockstroh:
    Ja: 8 Stimmen
    Enthaltung: 1 Stimme

    Abstimmung über Kandidat des Kassenwarts, Mark Walcher
    Ja: 8 Stimmen
    Enthaltung: 1 Stimme

    Abstimmung über Kandidaten als stellvertretende Vorsitzende, Tobias Kipp und Matthias Böhm (im Paket):
    Ja: 7 Stimmen
    Enthaltung: 2 Stimmen

    Alle 4 gewählten Vorstandsmitglieder nehmen die Wahl an.

    TOP 8: Vorschläge für die weitere Arbeit

    Tobias Kipp erklärt, die MzM-Internetseite weiterhin zu pflegen. Aufgrund "technischer Grenzen" schlägt Tobias Kipp vor, die Seite professionell aufarbeiten zu lassen (z.B. von einem Informatik-Studenten gegen eine entsprechende Bezahlung). Alle Mitglieder sind aufgerufen, relevante Informationen, z.B. über Veranstaltungen, Projekte, Fördermittel etc. an Tobias Kipp zu schicken. Es wäre schön, wenn sich ein Redaktionsteam mit 3-4 Leuten bilden würde, die gezielt nach Inhalten suchen und gelegentlich Beiträge liefern könnten. Interessenten bitte auch bei Tobias Kipp melden.

    Mark Walcher regt ein Treffen im September in Essen zum Thema ÖPNV-Marketing an.

    Neuenhagen, den 23.06.2005
    Protokoll: Matthias Böhm, stellvertretender Vorsitzender

    02.10.2004 Schwerpunktthema: Kleinere Mobilitätszentralen im Dauerbetrieb

    Ort:     Dessau, Mobilitätszentrale und Beratungsraum im Hauptbahnhof

    Zeit:            Sonnabend, 02.10.2004, 11.10 bis 15.15 Uhr

    Protokoll: Cindy Rockstroh, Leipzig, kleinere Ergänzungen durch M. Reichmuth

    Teilnehmer: lt. Teilnehmerliste

    1. Besichtigung der Mobilitätszentrale in Dessau

    Erläuterungen und Führung durch die Mobilitätszentrale erfolgte durch Herrn Schaller (Mitarbeiter dieser Mobilitätszentrale)

    Die Mobilitätszentrale besteht seit 5 ½ Jahren und entstand im Rahmen eines Forschungsprojektes. Am Anfang waren die Verkehrsbetriebe die Träger, vor zwei Jahren übernahm die Stadtwerken die Trägerschaft. Zu diesem Zeitpunkt wurden Personal und Öffnungszeiten reduziert, damit sanken auch die Fahrscheinverkäufe. Derzeit wird die Mobilitätszentrale von zwei Mitarbeitern am Laufen gehalten, geöffnet ist sie Mo-Fr 9-17 Uhr und Samstag Vormittag.

    Die Serviceleistungen sind sehr breit gefächert: Zum einen erfolgt der Verkauf und die Beratung von Fahrkarten - Stadtfahrten, Sonderfahrten der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn, Fahrkarten des neugegründeten Verkehrsverbundes – und zum anderen die Vermietung von Fahrrädern und es wird Auskunft über mögliche Fahrradrouten in der Region gegeben. Die Fahrradvermietung hat sich als sehr positiv  erwiesen, 25 Fahrräder stehen bereit und werden jährlich von ca. 1000 Kunden in Anspruch genommen. Der Fahrradtourismus, gerade entlang des Elberadweges, hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen.

    Die Mobilitätszentrale erweist sich auch als wichtiger Ansprechpartner für Bahnkunden (obwohl sie selbst keine DB-Fahrausweise verkauft) und liegt direkt am zukünftigen Fußweg zwischen dem neuen Umweltbundesamt und dem Eingang zum Dessauer Hauptbahnhof (es wird erwartet, dass die meisten der rund 800 UBA-Mitarbeiter als Einpendler per Bahn nach Dessau kommen)

    Allgemeine Aussagen zum Verkehr in Dessau:

    Dessau weißt einen sehr hohen Radfahreranteil auf, dagegen liegt der Anteil im ÖPNV nur bei 7%. Auf Grund eines guten Parkplatzangebots in der Stadt ist der Anreiz für den Umstieg auf Bus und Bahn sehr gering. Dessau verfügt über drei Straßenbahnlinien, die durch Niederflugwagen bedient werden. Im Busnetz werden zum Großteil Erdgasbusse eingesetzt. Seit der Euroumstellung erfolgte keine Preisänderung mehr.

     2. Sitzung des MZM

    Begrüßung durch Matthias Reichmuth

    Vorstellungsrunde der Anwesenden

     3. „8 Jahre Mobilitätszentrale in Wolfen-Nord und privates Verkehrsunternehmen“

    Hans- Jürgen Wolf, Betriebsleiter RVB-Regionalverkehr Bitterfeld-Wolfen GmbH

    • Vorstellung des Omnibusunternehmen Vetter GmbH, welches seit 58 Jahren als privates Omnibusunternehmen besteht

    • Nähere Informationen dazu unter: http://www.vetter-bus.de/default.htm

    • 1995/96 entstand das Informationszentrum/ Mobilitätszentrale in der Nordpassage in Wolfen direkt am zentralen Umsteigepunkt für Wolfen-Nord

    • bis 2000/01 finanziell tragfähig, wurde jedoch im September 2004 geschlossen

    • Hauptgrund ist der hohe Bevölkerungsverlust von ca. 40% (v. a. ältere Fahrgäste und Schüler werden weniger) und damit der starke Rückgang der Nachfrage, Fahrscheinverkauf heute v. a. durch Busfahrer, Informationen verstärkt über Internet (jüngere Fahrgäste)

    •  In Köthen betreibt Vetter GmbH noch einen Anlaufpunkt mit Fahrkartenverkauf und Informationen (rentabel aber nur mit Öffnungszeit Mo-Fr 8-12 und 13-16 Uhr)

    • Zugleich Betrieb der Mobilitätszentrale i-Punkt in Bitterfeld durch den Landkreis:

    • Die Serviceleistungen umfassen Auskünfte, Verkauf von Fahrkarten, Tourismusangebote

    • Rufbussystem flächendeckend für den gesamten Kreis (außer innerhalb der Orte Bitterfeld, Sandersdorf, Wolfen, Greppin sowie zwischen Bitterfeld und Wolfen). Anrufbuszentrale (120 Min vorher), Übertragung eines innovativen Modells aus Finnland

    •  20.000 Fahrgäste im Monat, großer Zuspruch unter der Bevölkerung

    •  Zusammenarbeit mit mehreren Taxiunternehmen

    • Die Qualität des Schülerverkehr konnte verbessert werden, da die Fahrzeiten verkürzt und die Strecken optimiert werden konnten

     4. Christa Martin, Tourismus-Service BürgerBahnhof, Neuruppin:

    „Erfahrungen mit dem Betrieb des BürgerBahnhofes Neuruppin Rheinsberger Tor“

    • Tourismusservice Bürgerbahnhof besteht seit 1997, Struktur aus dem Fremdenverkehrsamt hervorgegangen

    • Ursprüngliche Idee war der Betrieb mit Hilfe von Trägerverein, Stadt und Bahnkundenverband

    • Konzeption wurde später verändert und Betrieb an die Stadtwerke übertragen

    • derzeit 3 Mitarbeiter beschäftigt

    • Serviceleistungen umfassen Information und Beratung, Touristeninformationen, Zimmervermittlung, Verkauf von Bahntickets (Start-Amadeus-Lizenz), bis vor kurzem auch Verleih von Fahrrädern (aus Kapazitätsgründen musste dies abgegeben werden)

    • Bahnkundenkontakt liegt meist bei 160-180 Personen pro Tag und damit etwa doppelt so hoch wie in der Anfangszeit, als es noch keine RE-Anbindung nach Berlin gab.

    • Der Verkauf von Bahnfahrkarten ist ein wichtiges wirtschaftliches Standbein mit etwa 800.000 Euro Umsatz p. a., wobei die Provisionsregelungen sich wiederholt verschlechtern, während der Beratungsaufwand im Preisdschungel zunimmt.

    • Seit 2003 sind die Öffnungszeiten auf die Bahnkunden und weniger auf die Touristen abgestimmt (Mo-Fr 8-16 h, Do bis 18 h, Sa 8-13 h, So 14-17 h). Bahnkunden, die Fahrten für das Wochenende planen, kommen oft am Donnerstagnachmittag

     5. Tom Sehrer, Geschäftsführer Bahnland GmbH, Potsdam:

    „Mobilitätszentrale mit Fahrradverleih: Die Entwicklung der BahnLand GmbH im Bahnhof Potsdam-Griebnitzsee“

    •  Mobilitätszentrale/Bürgerbahnhof wurde vor 5 Jahren von der Bahnland GmbH eröffnet

    • Serviceleistungen umfassen Information und Beratung, Bahnkartenverkauf der Deutschen Bahn und der S-Bahn, Tickets für den Interconnex, Verkauf von Ameropa-Reisen, Fährtickets, LinienbusTickets, Hotelübernachtungen, Fahrradverleih und Organisation von geführten Radrouten – „Potsdam per Pedalen“

    • Durch das Umfeld in Potsdam-Griebnitzsee (Hochschule, Medienstadt, guter Wohnstandort) können auch etliche Fernverkehrstickets verkauft werden.

    • Auf Grund der geringen Wirtschaftlichkeit des Verkaufs von Bahntickets müssen zusätzliche Serviceleistungen angeboten werden, in diesem Fall ist es derzeit der Fahrradverleih

    • Beim Fahrkartenverkauf besteht die Gefahr, dass der Trend zum elektronischen Ticket geht und Kunden sich nur noch mit Problemfällen an die Agentur wenden.

    • Fahrradverleih wurde ausgebaut und ein zweiter Standort am Potsdamer Hauptbahnhof errichtet, dafür wird auch aktives Marketing in Berlin betrieben.

    • Weitere Informationen können per Internet abgerufen werden unter: www.bahnland.info und www.potsdam-per-pedales.de

     

    6. Planung weiterer Treffen, sonstiger Informationsaustausch

    • diesjährige Jahreshauptversammlung findet im Anschluss an die Tagung „Innovativer Personenverkehr im ländlichen Raum“ am 22./23.11.2004 in Bielefeld statt

    • genauer am 23. 11. 2004 in Hövelhof bei Bielefeld

    • nähere Informationen zu dieser Tagung unter www.pnvregion.de

    • Mobilitätsdienstleistung Hannover Mobil  - Mobilitätskarte angeboten vom Verbund - wird am 14. 10. 2004 eingeweiht durch ÜSTRA Servicecenter (Information durch Herrn Schwieger)

    • Eine Besichtigung in Hannover könnte im März 2005 durchgeführt werden